netzeitung.deCommerzbank kürzt Stellen im Kreditgeschäft

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Commerzbank-Zentrale in Frankfurt am Main (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Commerzbank-Zentrale in Frankfurt am Main
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Vor allem mit dem Kreditgeschäft ist die Führung der Commerzbank unzufrieden. Dort sollen mehrere hundert Mitarbeiter ihren Job verlieren. Hinzu kommen Kürzungen in der IT-Sparte.

Die Commerzbank
will die Zahl der Mitarbeiter im Inland um 900 kürzen. Das geht aus einem am Mittwoch im Internet veröffentlichten Interview mit Commerzbank-Vorstand Achim Kassow hervor. Demnach sollen 450 Jobs im Kreditgeschäft gestrichen werden, noch mal so viele Stellen fallen in der IT-Abteilung weg. Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern laufen bereits.

Die Konkurrenten würden das Kreditgeschäft «besser, schneller und günstiger» abwickeln, begründete Kassow die Kürzungen. Die Kunden seien nicht bereit, für «umständliche und langwierige bürokratische Prozesse» zu bezahlen. So benötige die Bearbeitung eines Kreditantrags bei der Commerzbank 30 Stunden - bei der Konkurrenz seien es nur zehn Stunden. Die Commerzbank beschäftigte Ende März im Inland und Ausland rund 35.000 Mitarbeiter.

Für das erste Quartal hatte die Commerzbank jüngst ein Rekordergebnis präsentiert. So stieg der Konzernüberschuss um 87,3 Prozent auf 740 Millionen Euro und erreichte damit bereits zwei Drittel des Überschüsses im gesamten Vorjahr. Das operative Ergebnis wuchs zwischen Januar und März um 77,3 Prozent auf 959 Millionen Euro.

Sparen durch interne Verlagerungen
Um das Kreditgeschäft besser aufzustellen, sollen der im Herbst für rund 4,6 Milliarden Euro zugekaufte Immobilienfinanzierer Eurohypo und das Mutterhaus stärker zusammenarbeiten. «Wir bündeln künftig die Bearbeitung aller Kredite für Privat- und Geschäftskunden von Commerzbank und Eurohypo auf einer gemeinsamen Plattform, in einer neuen Einheit mit dem Namen ZRK – das steht für Zentrales Geschäftsfeld Retail Kreditgeschäft», kündigte Kassow an. Bei der Depot-Erfassung sollen außerdem Personalkosten gespart werden, indem Aufgaben an interne Dienstleistungs-Töchter und ins Ausland abgegeben werden.

Die Commerzbank hatte schon in der Vergangenheit betont, die beiden Plattformen der Finanzdienstleister zusammenführen zu wollen. Konkrete Ziele zum damit verbundenen Stellenabbau blieb die Bank indes schuldig. Auch im IT-Bereich waren Stellenstreichungen mehrfach angekündigt worden. (nz)