18.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Leuchtreklame vor der Metro-Zentrale
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Metro sieht sich auf gutem Weg, die Ziele für 2006 zu erreichen. In den zehn Jahren des Bestehens sei aus dem auf Deutschland fokussierten Unternehmen ein «schlagkräftiger» internationaler Konzern geworden.
Zehn Jahre nach der Gründung der Metro AG sieht Vorstandschef Hans-Joachim Körber Deutschlands größten Handelskonzern auf Erfolgskurs. «In nur wenigen Jahren ist die Metro Group in die Spitzenliga der internationalen Handelswelt aufgestiegen», sagte Körber am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Düsseldorf. «Damit haben wir auch die Basis für den zukünftigen Erfolg der Metro Group gelegt.»
Konzentration auf AsienIn den zehn Jahren seines Bestehens hat der Metro-Konzern demnach den Umsatz von rund 28 Milliarden Euro auf fast 56 Milliarden Euro verdoppelt. Noch stärker sei das Ergebnis gestiegen, sagte der Manager. Seit 1996 sei der Anteil des Auslandsgeschäfts am Gesamtumsatz von fünf auf 53 Prozent gestiegen. «Aus einem Unternehmen, das mit seinen 14 Sparten auf den deutschen Markt fokussiert war, haben wir einen schlagkräftigen internationalen Handelskonzern mit vier Vertriebslinien geformt», sagte Körber.
Metro ist heute in 30 Ländern an fast 2200 Standorten präsent. «Bei unserer weiteren Expansion werden wir uns besonders auf die osteuropäischen und asiatischen Wachstumsmärkte konzentrieren», kündigte der Vorstandschef an. 2006 will Metro mehr als zwei Milliarden Euro in seine Expansion investieren. Wachstumstreiber der Metro-Gruppe seien die Kette der Metro-Großhandelsmärkte, Metro Cash & Carry, und die Elektronikketten Media Markt und Saturn.
Media Markt geht nach SchwedenIn diesem Jahr werden die drei Sparten voraussichtlich über 100 neue Märkte eröffnen. Media Markt plant zudem für das laufende Geschäftsjahr den Markteintritt in Schweden. Metro Cash & Carry, will bis 2007 nach Bosnien-Herzegowina und nach Pakistan expandieren. Metro-Chef Körber bekräftigte die Prognose für 2006: Der Umsatz soll auf Jahressicht um vier bis sechs Prozent steigen.
Das Ergebnis je Aktie wird um fünf bis acht Prozent höher erwartet. Das operative Ergebnis solle noch stärker steigen. Die Ergebnisse des ersten Quartals 2006 und der «besonders gute Start ins zweite Quartal untermauern unsere Prognose für 2006», sagte Körber. Im vergangenen Jahr war der Umsatz um 4,2 Prozent gewachsen. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich um 6,5 Prozent.
Sorgenkind RealSo zufrieden sich Körber auch über den bisherigen Verlauf des Jahres 2006 äußerte: Nur rosig sieht es bei Metro nicht aus. Der Konzern hat derzeit vor allem mit den Problem bei seiner defizitären Sparte Real zu kämpfen. Der Wettbewerbsdruck im Lebensmitteleinzelhandel und der Skandal um umetikettiertes Hackfleisch im Vorjahr hatten der Supermarktkette zugesetzt.
Im ersten Quartal konnte Metro deshalb zwar seinen Umsatz steigern, musste allerdings auf der Ergebnisseite einen Rückgang hinnehmen. Konzernchef Körber bekräftigte die Entschlossenheit der Metro-Führung, trotz der derzeitigen Probleme an der Sparte festzuhalten. Durch zahlreiche Einzelmaßnahmen werde Real mittelfristig «als wesentlicher Teil des Portfolios der Metro Group zu alter Stärke geführt werden», sagte der Manager.
Auf dem deutschen Markt erwartet Metro in diesem Jahr durch die Fußball-WM eine Belebung des Einzelhandelsgeschäfts. Zudem geht der Konzern davon aus, dass die Verbraucher wegen der Mehrwertsteuer-Erhöhung zum 1. Januar 2007 größere Anschaffungen zeitlich vorziehen. Für eine langfristige Verbesserung des Konsumklimas in Deutschland müsste die Politik allerdings «den Mut finden, die Sozialsysteme grundlegend zu reformieren und den Arbeitsmarkt zu deregulieren», forderte Körber. (nz)