12. Mai 2006 13:54, ergänzt 16:42
Eine Lohnerhöhung soll es bei der Telekom nach dem Willen des Managements nicht geben. Der Konzern legte ein Angebot vor, das lediglich eine Einmalzahlung beinhaltet.
hat im Tarifstreit mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi den 110.000 Mitarbeitern eine Einmalzahlung angeboten. Jeder Angestellte des Unternehmens solle einmalig 730 Euro sowie Aktien im Wert von 270 Euro erhalten, teilte der Konzern am Freitag in Bonn vor der fünften Verhandlungsrunde mit. Die Aktien sollten in diesem und im kommenden Jahr ausgegeben werden. Die Zahlung von 1000 Euro entspreche einer Lohnanhebung von 1,4 bis 3,5 Prozent.Mit ihrem Angebot bleibt die Telekom weit hinter den Forderungen der Gewerkschaft zurück. Diese will Lohnerhöhungen in Höhe von 6,7 Prozent durchsetzen und begründet dies mit dem Milliardengewinn, den die Telekom im vergangenen Jahr erwirtschaftet hat.
Personalvorstand Heinz Klinkhammer bezeichnete diese Forderung als realitätsfern: «Der Verantwortung, die Telekom auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu machen und zu halten, müssen wir uns alle gemeinsam stellen», verteidigte er die Einmalzahlung. Klinkhammer hofft auf eine baldige Einigung mit Verdi. Die Gewerkschaft will am Samstag in der Großen Tarifkommission über das Angebot der Telekom beraten.
«Auf dieser Basis brauchen wir nicht weiter zu reden», sagte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder. Er kritisierte, dass die Einmalzahlung nicht tabellenwirksam sei und die Telekom-Beschäftigten von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgekoppelt würden.
Da das Angebot der Telekom nicht verhandlungsfähig sei, werde die Tarifkommission voraussichtlich für einen Abbruch der Gespräche stimmen, sagte Schröder weiter. «Die Warnstreiks würden dann zu Streiks mit tief greifender Wirkung ausgeweitet». Beendet werden die Arbeitskampfmaßnahmen sofort, wenn ein Tarifpartner einen Schlichter anruft und damit eine neue Friedenspflicht beginnt.
Gerade die Festnetzsparte T-Com verzeichnet wegen des harten Wettbewerbs seit Quartalen sinkende Umsätze. Allein in den ersten drei Monaten hat die Sparte nach Angaben der Telekom 500.000 Festnetzkunden an die Konkurrenz verloren. «Dieser Entwicklung muss mit einer realistischen Tarifrunde Rechnung getragen werden», betonte Klinkhammer. «Alles andere wäre verantwortungslos und würde die Wettbewerbssituation von T-Com verschlechtern.»Der Konzern will bis Ende 2008 seine Mitarbeiterzahl um 32.000 senken, wovon vor allem T-Com betroffen ist. Der Abbau soll auf freiwilliger Basis über Abfindungsangebote und Frühpensionierung erreichen. Bisher haben nach Angaben des Unternehmens bereits 3500 Beschäftigte entschieden, aus dem Unternehmen auszuscheiden. (nz)