US-Geschäft rettet Telekom
11. Mai 2006 09:37, ergänzt 13:02
 |  Kai-Uwe Ricke | Foto: dpa |
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Telekom-Chef Ricke sieht das Unternehmen nach den ersten drei Monaten des Jahres «insgesamt auf Kurs». Dabei brechen dem Konzern im Festnetz die Umsätze weg.
Die Deutsche Telekom
hat im abgelaufenen Quartal mehr verdient als ein Jahr zuvor. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Bonn mitteilte, stieg der Überschuss in den ersten drei Monaten um 9,7 Prozent auf 1,08 Milliarden. Dabei profitierte der Konzern vor allem von seiner Mobilfunktochter in den Vereinigten Staaten: T-Mobile USA gewann auf dem US-Markt gut eine Million Neukunden. Insgesamt kommt inzwischen mehr als ein Viertel der knapp 88 Millionen Mobilfunkkunden des Konzerns aus Übersee. In Deutschland gewann T-Mobile im ersten Quartal 284.000 neue Nutzer. Der Umsatz im Mobilfunk-Sektor verbesserte sich im Vergleichszeitraum um 12,3 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro.
«Mobilfunk bleibt Wachstumstreiber»
«Das Geschäftsfeld Mobilfunk ist nach wie vor der Wachstumstreiber», bilanzierte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke. Er sehe den Konzern mit seiner Entwicklung im ersten Quartal «insgesamt auf Kurs», sagte der Vorstandsvorsitzende weiter.Trotz der positiven Einschätzung Rickes: Die Erlöse im Festnetzbereich sanken von 6,6 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf 6,2 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz erhöhte sich von 14,29 Milliarden auf 14,84 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 4,84 Milliarden auf 4,97 Milliarden Euro.
Integrierte Angebote nur mit T-Online
Probleme bereitet Ricke die geplante Integration der Internet-Tochter T-Online
. Bislang konnte die Verschmelzung wegen der anhängigen Klagen von Aktionären des Internet-Anbieters noch nicht vollzogen werden. Der Markttrend gehe zu Bündelangeboten von Telefon, DSL und Internet, womöglich auch noch mit Mobilfunk und Fernsehen. Ohne T-Online könne die Telekom die integrierten Produkte jedoch nicht anbieten, betonte Ricke.
Hoffen auf Entscheidung im Mai
Ein weiteres Problem: Kunden, die zu anderen DSL-Anbietern wechselten, nähmen meist auch ihren Telefonanschluss mit. Allein in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres habe die Telekom eine halbe Million Festnetzkunden verloren, sagte Ricke weiter. Der Konzern hoffe nun auf eine günstige Entscheidung des Bundesgerichtshofes möglicherweise noch im Mai. Für diesen Fall gab sich der Telekom-Chef zuversichtlich, die Verschmelzung noch im zweiten Quartal abzuschließen.
Konzernprognose bekräftigt
Unverändert ließ Ricke die Prognose für das laufende Gesamtjahr. Demzufolge soll der Umsatz um rund fünf Prozent steigen und der operative Gewinn bei 20,2 bis 20,7 Milliarden Euro liegen. Dass die Geschäfte im Festnetzbereich in den kommenden Monaten besser laufen, erwartet die Telekom offenbar nicht: Konzernchef Ricke senkte die Erwartungen für den Jahreserlös der Sparte T-Com von einer Spanne zwischen 25,4 bis 25,8 Milliarden Euro auf eine Spanne zwischen 24,8 bis 25,2 Milliarden Euro. Den Umsatzausfall sollen höhere Erlöse im Mobilfunkbereich kompensieren. (nz)