netzeitung.deHartz droht Millionen-Forderung

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Ex-VW-Personalchef Peter Hartz (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ex-VW-Personalchef Peter Hartz
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der VW-Konzern prüft offenbar millionenschwere Schadenersatz- Forderungen gegen den früheren Personalvorstand Hartz. Zudem könnte dem Ex-Manager eine Haftstrafe bevorstehen.

Auf den ehemaligen Personalchef des Autoherstellers Volkswagen
, Peter Hartz, könnten millionenschwere Schadenersatzansprüche zukommen. Das berichtete das Nachrichtenmagazin «Spiegel» unter Berufung auf ein Mitglied des VW-Aufsichtsrats. Der dem Konzern durch die von Hartz abgesegneten Lustreisen für Betriebsräte entstandene Gesamtschaden beträgt demnach etwa vier Millionen Euro.

Eine Forderung von 2,5 Millionen Euro an Hartz sei deshalb durchaus realistisch, hieß es weiter. Weitere 1,5 Millionen Euro entfielen auf die Untersuchungen durch Wirtschaftsprüfer von KPMG, für die Hartz allenfalls indirekt verantwortlich gemacht werden könnte.

Peters will Hartz verschonen
Allerdings wollen dem Bericht zufolge der Chef der IG Metall, Jürgen Peters, und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch Hartz verschonen. Sie wollten das Geld von einer Versicherung fordern, die das Fehlverhalten von Vorständen absichere. Sollte ein Gericht dem früheren VW-Manager später vorsätzliches Fehlverhalten nachweisen, könnte die Versicherung das Geld von ihm zurückfordern. Dagegen wollten Niedersachsens CDU-Ministerpräsident Christian Wulff und Porsche-Chef Wendelin Wiedeking zunächst prüfen lassen, ob der Aufsichtsrat des Konzerns auf direkte Schadensersatzansprüche an Hartz verzichten dürfe.

Das Nachrichtenmagazin «Focus» berichtete zudem, dass die Braunschweiger Staatsanwaltschaft Hartz als einen der Hauptbeschuldigten einstufe und Anklage wegen Untreue in mehreren Fällen erheben wolle. Laut Paragraf 266 des Strafgesetzbuches wird Untreue mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet.

Hartz ist «hauptverantwortlicher Initiator»
«Wir geben doch keine Hitliste der Beschuldigten ab. Und ob wir Anklage erheben oder nicht, wird erst nach Abschluss der Ermittlungen entschieden», sagte allerdings der Sprecher der Staatsanwaltschaft Klaus Ziehe am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. «Wir wollen die Ermittlungen noch in diesem Jahr, aber sicher nicht in den kommenden Wochen abschließe», fügte er hinzu.

Laut «Fokus» soll Hartz nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft jahrelang Konzerngelder für Begünstigungen von Betriebsräten sowie auch für eigene private Vergnügungen veruntreut haben. In einem Bericht des Landeskriminalamtes Niedersachsen heiße es, es sei mit großer Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass Hartz der «hauptverantwortliche Initiator und Auftraggeber» der Braunschweiger Wohnung war, in der sich der Ex-Personlvorstand und der frühere Betriebsratschef Klaus Volkert auf VW-Kosten mit Prostituierten vergnügt haben sollen. (nz)