27. Apr 2006 23:04, ergänzt 28. Apr 2006 08:42
Microsoft hat im dritten Quartal gut verdient. Aber gerade in den Wachstumssegmenten schnitt der Software-Konzern schlecht ab - entsprechend enttäuscht reagierte die Börse.
Höhere Kosten bei der Spielekonsole Xbox sowie sinkende Erträge beim Online-Dienst MSN haben den Softwarekonzern Microsoft im dritten Quartal seines Geschäftsjahres belastet: Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, lag der Nettogewinn bei 2,56 Milliarden Dollar oder 23 Cent je Aktie. Analysten hatten demgegenüber im Vorfeld mit 33 Cent je Aktie gerechnet.Der Konzern hat noch immer Probleme mit Märkten, die nur wenig mit seinem Kerngeschäft Software zu tun haben. Der Umsatz mit der Spielekonsole Xbox 360 stieg im abgelaufenen Quartal zwar deutlich - gleichzeitig nahmen jedoch auch die Kosten für die Konsole zu.
«Wir haben die Volumen stark nach oben getrieben», sagte Microsoft-Finanzvorstand Chris Liddl. In der Folge seien die Kosten gestiegen. Spielekonsolen werden unterhalb der Produktionskosten verkauft, um einen hohen Marktanteil zu erreichen und dann mit den Spielen für das Gerät einen möglichst hohen Gewinn zu erzielen.
Neben den höheren Kosten für die Xbox belastete aber auch ein schwaches Abschneiden des Online-Dienstes MSN aufgrund der harten Konkurrenz seitens Google die Bilanz. Der Umsatz fiel auf 561 Millionen Dollar - im Vorjahr waren noch 581 Millionen Dollar erwirtschaftet worden. Operativ fiel nach einem Gewinn von 102 Millionen Dollar im Vorjahr ein Verlust von 26 Millionen Dollar an.Der Konzernumsatz stieg den Angaben zufolge in den zurückliegenden drei Monaten von 9,6 auf 10,9 Milliarden Dollar im Jahresvergleich. Auch hier blieb das Unternehmen leicht unter den Erwartungen.
Für das laufende Quartal stellt Microsoft einen Umsatz zwischen 11,5 und 11,7 Milliarden Dollar sowie einen Gewinn pro Aktie von 30 Cent in Aussicht. Analysten hatten mit einem optimistischeren Ausblick gerechnet. Im nachbörslichen Handel verloren die Aktien von Microsoft mehr als sechs Prozent. (nz)