27. Apr 2006 13:42, ergänzt 15:47
Nach einem Rekordergebnis 2005 will Springer die Dividende anheben. In diesem Jahr strebt der Medienkonzern auch im Internet die Marktführerschaft an.
will weiter im Ausland und im Internet wachsen. «Wir internationalisieren und digitalisieren», sagte Vorstandschef Mathias Döpfner am Donnerstag auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Berlin. Die Strategie werde «mit Angriffslust und Augenmaß» umgesetzt. In diesem Jahr will Springer auch im Online-Bereich die Marktführerschaft übernehmen. Die Stärken der Printmarken sollen im Internet ausgebaut werden, alle Zeitungen und Zeitschriften sollen mit einem Internetauftritt präsent sein.«Welt Online» solle zudem die führende nachrichten- und serviceorientierte Website in Deutschland werden, sagte Döpfner. Redaktionell seien mit Gründung eines Newsrooms dafür die Voraussetzungen geschaffen worden. Vor wenigen Tagen hatte Springer bereits mitgeteilt, dass eine gemeinschaftliche Redaktionsleitung für «Welt», «Welt Kompakt», «Welt am Sonntag», «Berliner Morgenpost» und «Welt Online» und ein gemeinsamer Newsroom geschaffen werde.
Außerdem will der Konzern mit neuen Geschäftsmodellen in der digitalen Welt – unter anderem bei E-Commerce und Spielen – Geld verdienen. Diese Bereiche seien von Printverlagen bisher gar nicht erschlossen, hob Döpfner hervor. Springer müsse sich dabei an Internet-Größen wie Google oder Ebay orientieren, die heute die Maßstäbe im zukunftsträchtigen Online-Geschäft setzten.Wie der Springer-Chef weiter sagte, gehören zu den Prioritäten in diesem Jahr zudem Neugründungen, vornehmlich im Ausland. Das Unternehmen erwirtschaftet 16 Prozent seines Umsatzes außerhalb Deutschlands. In den vergangenen Jahren expandierte Springer vor allem in Osteuropa. Das Boulevardblatt «Fakt» habe sich als Polens größte Tageszeitung etabliert und schreibe schon im zweiten Jahr nach Gründung Gewinn, betonte Döpfner. Neu gegründete Titel wie die polnische Qualitäts-Tageszeitung «Dziennik» sollen schnell in die Gewinnzone geführt werden.
Akquisitionen aus Prestigegründen werde es in diesem Jahr nicht geben, ergänzte der Springer-Chef. Der Konzern brauche keinen Ersatz für die gescheiterte Übernahme des TV-Konzerns ProSiebenSat1