27.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Sony Playstation 3
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Wegen hoher Anlaufkosten für die Playstation 3 erwartet Sony in diesem Geschäftsjahr einen kräftigen Rückgang des operativen Gewinns. Das abgelaufene Jahr verlief überraschend positiv.
Der japanische Unterhaltungselektronik-Konzern Sony erwartet im seit April laufenden Geschäftsjahr einen heftigen Einbruch des operativen Gewinns. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Tokio mitteilte, wird mit einem Betriebsergebnis von 100 Milliarden Yen (rund 701 Millionen Euro) gerechnet 48 Prozent weniger als im Vorjahr.
PS3-Kosten drücken BetriebsergebnisAls Grund wird ein erheblicher Verlust in der Spielesparte angegeben, der mit Anlaufkosten für die neue Spielekonsole Playstation 3 zu tun hat. Sie soll im November auf den Markt kommen. Schon früher hatten Fachleute den Verlust, den Sony eingangs mit jeder verkauften PS3 machen wird, auf mindestens 130 Dollar je Gerät taxiert. Von dem neuen Produkt, das wegen technischer Probleme ein halbes Jahr später als ursprünglich geplant in die Läden kommt, erhofft sich Sony allerdings ein deutliches Umsatzplus.
In der Elektroniksparte werden Umsatzzuwächse im Geschäft mit LCD-Bildschirmen erwartet. Die Sparte soll wieder einen operativen Gewinn erzielen nach einem Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Filmsparte von Sony setzt ihre Hoffnungen in diesem Geschäftsjahr vor allem auf drei Filme: die Thriller-Verfilmung «Da Vinci Code», die im Mai in die Kinos kommt und auf dem Bestseller-Roman «Sakrileg» von Dan Brown basiert, den Zeichentrickfilm «Open Season» im September sowie den neuen James-Bond-Film «Casino Royale», der für November erwartet wird.
2005 überraschend erfolgreichMit der Prognose eines erheblich geringeren operativen Konzerngewinns hat Sony Analysten negativ überrascht. Ihre Erwartungen liegen derzeit bei 171 Milliarden Yen. Auch das wäre ein Rückgang zum vergangenen Geschäftsjahr, aber das Minus wäre weitaus geringer. Im Geschäftsjahr 2005/06, das Ende März auslief, hatte Sony den operativen Gewinn dank robuster Verkaufszahlen von Flachbild-Fernsehern der Marke Bravia überraschend um 68 Prozent auf 191,2 Milliarden Yen gesteigert und damit die Prognosen deutlich übertroffen.
Der Überschuss sank im abgelaufenen Geschäftsjahr von 163,8 auf 123,6 Milliarden Yen. In diesem Jahr soll der Überschuss wieder um 5,2 Prozent auf 130 Milliarden Yen steigen. Für den Umsatz stellt Sony ein Plus von 9,7 Prozent auf 8,2 Billionen Yen in Aussicht. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern die Erlöse um vier Prozent auf 7,47 Billionen Yen gesteigert. (nz)