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In Südeuropa entsteht größter Autobahnkonzern

24. Apr 2006 14:31
Mautstelle von Abertis
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In der Infrastruktur-Branche entsteht ein neuer Weltkonzern: Der spanische Autobahnbetreiber Abertis fusioniert mit Autostrade in Italien. In Rom wird das Zusammengehen kritisch gesehen.

Der italienische Infrastrukturkonzern Autostrade fusioniert mit seinem spanischen Wettbewerber Abertis. Wie Abertis am Montag in Barcelona mitteilte, wollen beide Seiten ihre Unternehmen als gleichwertige Partner über einen Aktienaustausch vereinen. Das aus der Fusion hervorgehende Unternehmen wird den Angaben nach der größte Autobahnbetreiber der Welt mit einem Netz von insgesamt 6740 Kilometern.

Der Zusammenschluss muss noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden. Das neue Unternehmen wird 20.000 Beschäftigte haben und in 16 Staaten vertreten sein. Nach Abzug der Gesamtschulden von 23 Milliarden Euro wird die Fusion einen Börsenwert von 25 Milliarden Euro haben. Größter Einzelaktionär wird mit einem Anteil von 24,9 Prozent die italienische Gesellschaft Schemaventotto des Bekleidungsherstellers Benetton sein. Der spanische Baukonzern ACS kommt auf 12,5, die Sparkasse La Caixa auf 11,7 Prozent.

Fusion in Italien umstritten

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Der fusionierte Konzern soll den Namen Abertis tragen und seinen Sitz in Barcelona haben. Die Spanier werden einem Bericht der Zeitung «El Pais» zufolge als Kapitaleigner ein leichtes Übergewicht haben, da Abertis seinerseits mit 13,3 Prozent an Schemaventotto beteiligt ist. In Italien wurden daher Befürchtungen laut, hinter der Fusion verberge sich ein «verdeckter Verkauf» von Autostrade an die Spanier. Die beiden Unternehmen wiesen das zurück.

Italienische Politiker begrüßten die Fusion, forderten aber Klarheit über die Einzelheiten, berichtete das staatliche Fernsehen in Rom. Verkehrsminister Pietro Lunardi sprach von einem «Schritt in die richtige Richtung». Die neue Gesellschaft müsse aber notwendige Investitionen sichern. Der Spitzenpolitiker Francesco Rutelli aus dem Lager des designierten Ministerpräsidenten Romano Prodi äußerte indes Vorbehalte: «Zum gegenwärtigen Zeitpunkt müssen wir ernste Zweifel anmelden.»

Aktiv in Nord- und Südamerika

Hintergrund:
Abertis ist nicht nur in Spanien, sondern auch in zahlreichen Staaten Lateinamerikas vertreten. Das Unternehmen betreibt neben Autobahnen auch Flughäfen, Parkhäuser und Logistikplattformen. Dagegen konzentrieren sich die Aktivitäten von Autostrade fast ausschließlich auf Autobahnen. Der Konzern ist in Italien Marktführer und außerdem in den USA aktiv.

Barcelona wurde nach Presseberichten als Sitz gewählt, weil die steuerlichen Bedingungen in Spanien günstiger sind. Die Präsidenten von Abertis und Autostrade, Isidré Fainé und Gian Maria Gros Pietro, sollen als Co-Präsidenten das neue Unternehmen führen. Der Spanier Salvador Alemany soll als geschäftsführendes Vorstandsmitglied das Management leiten. (nz)

 
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