Versorger bei CO2-Senkung stärker belastet
Industriebetriebe müssen demnach die Ausstöße nur um 1,5 Prozent vermindern. Damit würden das produzierende Gewerbe und die Energiewirtschaft beim Klimaschutz künftig unterschiedlich behandelt. Zuvor hatte die «Süddeutsche Zeitung» über die Pläne berichtet. Insgesamt sollen Kraftwerke und Fabriken zwischen 2008 und 2012 die Emissionen noch einmal um 15 Millionen Tonnen senken auf nur noch 495 Millionen Tonnen pro Jahr.
Gabriel und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) stehen der Zeitung zufolge kurz vor der Einigung darüber, dass Emissionsrechte auch in der nächsten Handelsphase von 2008 bis 2012 kostenlos an die Unternehmen ausgegeben werden. Eine Auktion werde es nicht geben, hieß es. Gelingt Unternehmen die geforderte Senkung des CO2-Ausstoßes nicht, müssen sich Emissionsrechte zukaufen.
Am Montagabend treffen sich die Spitzen der Energiewirtschaft und der Koalition im Kanzleramt, um die künftige Energieversorgung zu diskutieren. Zwar hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Thema Atomausstieg von der offiziellen Tagesordnung verbannt; gleichwohl bestimmte die Frage der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke die Debatten in den vergangenen Tagen der Atomausstieg ist trotz eindeutiger Festlegung in der Koalitionsvereinbarung im Regierungsbündnis umstritten.
Mit einer Steigerung der Energieeffizienz und einer besseren Nutzung der Erneuerbaren Energien könne Deutschland die Probleme lösen, sagte Stiegler weiter. Der Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), Johannes Lackmann, machte in der ARD die Forderung des Verbandes an die Regierung klar: «Wir erwarten von der Politik, dass der Weg zum Ausbau der Erneuerbaren Energien offen gehalten wird und dass man nicht mit Investitionen in alte Energietechniken diesen Weg auf lange Sicht verbaut.» (nz)

