02.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
KarstadtQuelle-Chef Thomas Middelhoff
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Neben den Warenhäusern will KarstadtQuelle auch seine Zentrale in Essen veräußern. Der Konzern sucht zudem einen neuen Eigentümer für die Neckermann-Verwaltung in Frankfurt.
Der Einzelshandelskonzern KarstadtQuelle verkauft zusätzlich zu seinen Warenhäusern auch seine Zentralen. Für die Immobilien werden Einnahmen von insgesamt 600 Millionen Euro erwartet, wie Finanzvorstand Harald Pinger am Wochenende mitteilte. Unter anderem sollen die Konzernzentrale in Essen und die Neckermann-Verwaltung in Frankfurt am Main veräußert werden.
Über Käufer wurde nichts bekannt. Der Konzern hatte in der vergangenen Woche seine gesamten Warenhaus-Immobilien in teils besten Innenstadtlagen für insgesamt 4,5 Milliarden Euro verkauft und damit auf einen Schlag seinen Schuldenberg abgetragen.
Konzernchef Thomas Middelhoff verteidigte das Milliardengeschäft am Wochenende gegen die Kritik, es handele sich um Taschenspielertricks, weil der Konzern gemeinsam mit seiner Beraterbank Goldman Sachs als Käufer auftrat. «Das ist ein sauberer Verkauf», sagte er. Das Risiko für KarstadtQuelle sei sehr gering.
Der Konzernchef äußerte die Erwartung, dass von einem Weiterverkauf der Warenhäuser auch KarstadtQuelle profitieren werde. «Wir erwarten, dass die Käufer in drei bis fünf Jahren mehr bezahlen, weil Karstadt eine hohe Bonität bietet, da wir völlig schuldenfrei sind.»
Deutlicher Gewinn erwartetAuch die Rolle der Investmentbank Goldman Sachs, die Middelhoff ursprünglich beim Verkauf beraten sollte und jetzt selbst Käufer ist, hält Middelhoff nicht für anrüchig. «Wir haben frühzeitig Rothschild als zusätzlichen Berater mandatiert.» Rothschild habe eine unabhängige Bewertung des Verkaufs erarbeitet. «Ohne diese Expertise hätten wir uns auf den Deal nicht eingelassen», sagte er.
Finanzvorstand Pinger rechnet mit einem deutlichen Gewinn für 2006. «Wir werden durch die Immobilientransaktion im laufenden Jahr einen außerordentlichen Ertrag in der Größenordnung von zwei Milliarden Euro vor Steuern einfahren. Insofern ist das Nettoergebnis mit Sicherheit positiv», sagte Pinger. Auch das operative Geschäft solle wieder schwarze Zahlen liefern. (nz)