netzeitung.deKarstadt-Warenhäuser verkauft

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Karstadt-Filiale in Düsseldorf (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Karstadt-Filiale in Düsseldorf
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

KarstadtQuelle ist komplett schuldenfrei: Weil die Immobilien des Konzerns an ein Gemeinschafts-Unternehmen veräußert werden, fließen dem Konzern sofort 3,7 Milliarden Euro zu.

Der KarstadtQuelle-Konzern
hat bei der angekündigten Veräußerung seines Immobilienbesitzes hohe Einnahmen erzielt: Wie das Unternehmen am Montag in Essen mitteilte, fließen dem Konzern «unmittelbar» 3,7 Milliarden Euro zu, wobei der Gesamtwert der Transaktion mit 4,5 Milliarden Euro angegeben wurde. Die Verbindlichkeiten summierten sich zuletzt auf etwas weniger als drei Milliarden Euro. Der Vorstand hatte gehofft, nach dem Abbau sämtlicher Schulden die Sanierung beenden und wieder auf Wachstumskurs gehen zu können. In Medienberichten war zuvor über einen niedrigeren Verkaufswert berichtet worden.

Wie das im M-Dax gelistete Unternehmen weiter mitteilte, werden die Immobilien – im Wesentlichen die Kaufhäuser des Konzerns – an eine gemeinsame Gesellschaft veräußert, an der KarstadtQuelle mit 49 Prozent beteiligt bleibt. Die Mehrheit liege beim Immobilienfonds Whitehall, einer Tochter der US-Bank Goldman Sachs.

Mit mehr als fünf Milliarden bewertet
Der Vorstand rechne mit weiteren Einnahmen aus dem Geschäft, weil KarstadtQuelle eine Wertsteigerung der Liegenschaften erwarte. Sie würden sich auf bis zu 800 Millionen Euro summieren, hieß es. Durch die Trennung von weiteren Immobilien wie Bürogebäuden und Grundstücken sei zudem mit weiteren Einnahmen im Volumen von 600 Millionen Euro zu rechnen, hieß es. Insgesamt werde der Immobilienbesitz so mit 5,1 Milliarden Euro bewertet, teilte das Unternehmen weiter mit.

Das Geschäft umfasst den Angaben nach 174 Immobilien. Dazu gehören 85 Waren- 25 Park- und zwölf Sporthäuser. Hinzu kommen 15 Bürogebäude sowie 33 weitere Liegenschaften. Der Konzern wird die Räumlichkeiten weiter nutzen, indem er sie zurückmietet. Den jährlichen Mietzahlungen von 259 Millionen Euro stünden vor allem eine deutlich Entlastung bei den Zinsen gegenüber. Das Konzernergebnis vor Steuern wird sich nach Aussage von Konzernchef Thomas Middelhoff dadurch um etwa 100 Millionen Euro verbessern.

Die Eigenkapitalquote, die im vergangenen Jahr auf 3,2 Prozent gesunken sei, könne damit wieder auf 20 Prozent erhöht werden, zeigte sich Middelhoff zuversichtlich. Die zu geringe Eigenkapitalausstattung sei in der Vergangenheit immer wieder ein großes Problem gewesen. Sollten sich «attraktive Möglichkeiten» ergeben, könne das Unternehmen nun auch wieder zugreifen. (nz)