Airbus-Evakuierungstest in 80 Sekunden
Es gab allerdings zahlreiche Verletzte: Ein Mann brach sich bei dem Test ein Bein. 32 weitere Personen wurden nach Angaben Humberts leicht verletzt. Bei der Übung mussten die 873 Freiwilligen das Flugzeug in einer verdunkelten Halle innerhalb von 90 Sekunden über acht Notrutschen in acht Metern Höhe verlassen.
Nach Angaben von Airbus wäre der Test schon als erfolgreich gewertet worden, wenn mehr als 650 Personen die Evakuierung in der Zeit schaffen. «Wir haben gezeigt, dass die A380 neue Maßstäbe setzt», sagte Humbert. Bisher hat kein Kunde eine Airbus-Version mit der Maximalauslegung von 853 Sitzen bestellt.
Humbert erinnerte daran, dass die endgültige Bewertung des Tests den Behörden obliegt. Norbert Lohl von der europäischen Sicherheitsbehörde Easa signalisierte nach dem Test Zustimmung: «Der Test machte einen sehr guten Eindruck», sagte er.
Von den 853 Test-Passagieren waren 20 Lufthansa-Mitarbeiter. Die Freiwilligen waren nach Airbus-Angaben nicht für den Test trainiert worden. Im Inneren des Jets herrschte Unordnung wie nach einem echten Flug.
Der doppelstöckige Airbus A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt. Der erste A380, der pro Stück rund 290 Millionen Euro kostet, soll Ende 2006 an Singapore Airlines übergeben werden. Bislang haben 16 Kunden 159 Flugzeuge von dem Typ bestellt. Laut Airbus wird die Gewinnschwelle bei 250 Stück erreicht. Probleme bei der Konstruktion hatten die Verschiebung der Auslieferung nötig gemacht. (nz)
