21. Mrz 2006 11:06
Der Einzelhandelskonzern Wal-Mart hat eine Marktoffensive in China angekündigt. Dazu muss aber erst geeignetes Personal ausgebildet werden, klagt der weltgrößte Einzelhändler.
Der US-Einzelhändler Wal-Mart will in den kommenden Jahren sein China-Geschäft deutlich ausbauen. Zusätzlich zu den bestehenden rund 30.000 Arbeitsplätzen in der Volksrepublik würden in den kommenden fünf Jahren weitere 150.000 Mitarbeiter eingestellt, kündigte ein Unternehmenssprecher am Montagabend (Ortszeit) in Bentonville im US-Bundesstaat Arkansas an.«Wir haben in China eine außerordentliche Akzeptanz für unsere Märkte erfahren», begründete der Sprecher die Pläne. Wie viele neue Filialen der Einzelhandelskonzern im genannten Zeitraum in China eröffnen will, wurde nicht bekannt. Bislang sind es den Angaben zufolge 56. Noch im laufenden Jahr würden 15 bis 20 weitere Geschäfte eröffnet, hieß es. Im Jahr 2007 soll es doppelt so viele Neueröffnungen geben.
Ein Problem, das Wal-Mart bei seinem Expansionskurs lösen muss, ist die Suche nach qualifiziertem Fachpersonal: Der Sprecher bezeichnete die Arbeitsmarktsituation in China als «Herauforderung». «Wir können nicht auf erfahrenes Personal aus dem Einzelhandel zurückgreifen», klagte er. «Stattdessen müssen wir die Menschen selbst ausbilden.»Wal-Mart gilt als der weltgrößte Einzelhändler. Allein in den USA betreibt das Unternehmen mehr als 3700 Filialen. In Mexiko sind es den Angaben zufolge mehr als 700, in Großbritannien knapp 300.
In Deutschland ist Wal-Mart mit 88 so genannten Supercentern vertreten. Allerdings macht dem Konzern hierzulande der starke Wettbewerb zu schaffen: Die Preise für Lebensmittel zählen zu den niedrigsten in Europa. Außerdem verzeichnet der Markt kein Wachstum mehr, sondern schrumpft. (nz)