netzeitung.deNeosino-Präparate sollen wirkungslos sein

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Der Fan-Shop des FC Bayern im Internet (Foto: nz<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der Fan-Shop des FC Bayern im Internet
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Achterbahnfahrt des Neosino-Aktienkurses erinnert an den Neuen Markt. Die Redaktion von «Panorama» und das Unternehmen streiten über Inhaltsstoffe und Wirkung von Fitness-Präparaten des Unternehmens.

Neosino Nanotechnologies
, ein im Entry Standard geführter Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln, ist in die Schlagzeilen geraten. Das Unternehmen hat Klagen gegen die Redaktion des ARD-Magazins «Panorama» angekündigt, nachdem die Sendung über einen möglichen Schwindel bei Produkten von Neosino berichtet hat.
Streit um Inhalt der Präparate
Die Redakteure von «Panorama» hatten am Donnerstagabend unter Berufung auf Labortests berichtet, die Fitness-Präparate des Unternehmens seien nahezu wirkungslos. Die Mittel enthielten nicht – wie auf der Verpackung behauptet – Partikel in Nanogröße. Unter anderem setzt sich der FC Bayern München als Lizenzpartner für den Verkauf der Produkte ein.

Neosino wies die Vorwürfe zurück und verwies auf mehrere Studien, die die offiziellen Angaben zu dem Präparat bestätigt hätten. Das wiederum bestritt der NDR, der für die ARD «Panorama» produziert: Keine der von dem Unternehmen zur Verfügung gestellten Studien belege, dass in den von «Panorama» geprüften Endprodukten Nanoteilchen von Mineralien und Magnesium in der angegebenen Größe vorhanden sind. Die Redaktion beruft sich auf das Max-Planck-Institut in Potsdam und die TU Braunschweig.

Anleger prüfen Schadenersatz-Anspruch
Neosino kündigte an, das Unternehmen werde gegen die Sendung sowie drei Redakteure «wegen einseitiger Berichterstattung, Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht und Zurückhaltung von Beweismaterial» rechtlich vorgehen. Darüber hinaus habe das Unternehmen die Finanzaufsicht Bafin um die Aufnahme von Nachforschungen gebeten. Der Aktienkurs war am Donnerstag nach einem Vorabbericht von «Panorama» teilweise um 45 Prozent eingebrochen, erholte sich am Freitag aber wieder. Das Papier wird seit Anfang Januar an der Börse gehandelt.

Eine Anwaltskanzlei kündigte an, sie werde mögliche Schadenersatzansprüche von Anlegern gegen Neosino wegen angeblicher falscher Produktangaben prüfen. Noch würden Informationen zu dem Fall gesammelt, sagte ein Anwalt der Agentur dpa-AFX. Der NDR wies den Vorwurf von Neosino zurück, die «Panorama»-Redaktion habe eine weitere Untersuchung abgelehnt, um die eigenen Recherchen nicht zu stören. Das entbehre jeder Grundlage. (nz)