netzeitung.deNeue Vorwürfe gegen Livedoor-Manager

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Takefumi Horie (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Takefumi Horie
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mit neuen Vorwürfen gegen Livedoor-Gründer Horie und weitere Beschuldigte hat die Staatsanwaltschaft in Tokio die Haft verlängert. Der mittlerweile extrem niedrige Aktienkurs reizt Fonds zum Einstieg.

Die japanische Staatsanwaltschaft hat die Vorwürfe gegen vier frühere Manager des Unternehmens Livedoor – darunter den Firmengründer Takefumi Horie – präzisiert. Den Geschäftsleuten werde vorgeworfen, im Geschäftsjahr 2003/04 einen angeblichen Gewinn von 5,3 Milliarden Yen (37,93 Millionen Euro) ausgewiesen zu haben anstatt eines Verlusts von 300 Millionen Yen, berichtete die «Financial Times».

Zudem wurde am Mittwoch der Direktor der Internetdienst-Sparte von Livedoor, Fumito Kumagai, verhaftet. Auch er steht unter dem Verdacht des Bilanzbetrugs. Die neuen Vorwürfe lassen es der Zeitung zufolge wahrscheinlicher werden, dass Livedoor an der Tokioter Börse TSE vom Handel ausgeschlossen wird. Börsenchef Taizo Nishimuro hatte in dieser Woche bereits gesagt, die Fälschung von Finanzberichten wäre ein Grund für ein Delisting.

Politik involviert
Horie und weitere Manager waren im Januar festgenommen und im Februar angeklagt worden. Ihnen wurde bislang vorgeworfen, im Zusammenhang mit einer Firmenübernahme durch eine Livedoor-Tochter falsche Informationen verbreitet und die Finanzlage dieser Tochtergesellschaft nicht korrekt dargestellt zu haben. Durch die neuen Vorwürfe kann die Haft verlängert werden. Horie beteuert nach wie vor seine Unschuld. Die drei Mitangeklagten sind jedoch weit gehend geständig.

Wegen des Livedoor-Skandals ist auch die regierende LDP-Partei von Premier Junichiro Koizumi unter Druck geraten. Angeblich zahlte das Unternehmen kurz vor der Unterhauswahl im vergangenen September ein Beraterhonorar an den Sohn des LDP-Generalsekretärs Tsutomu Takebe. Die oppositionellen Demokraten (DPJ) behaupten, sie hätten Beweise dafür, blieben einen konkreten Beleg dafür bisher aber schuldig.

Aktien zum Schnäppchenpreis
Am Donnerstag sagte DPJ-Generalsekretär Yukio Hatoyama, seine Partei habe eine E-Mail, die der demokratische Abgeordnete Hisayasu Nagata in der vergangenen Woche als Beweis angeführt hatte, bisher nicht verifizieren können. Nagata hatte erklärt, er habe eine E-Mail von Livedoor-Gründer Horie gesehen, in der dieser die Zahlung von 30 Millionen Yen an den Sohn des LDP-Politikers anordne. Japanischen Medien zufolge könnte Nagata wegen der Angelegenheit zurücktreten.

Der Skandal hatte im Januar zu Panikverkäufen an der Tokioter Börse geführt. Seit Bekanntwerden der Ermittlungen sind die Aktien von Livedoor um rund 90 Prozent eingebrochen. Inzwischen gilt das Papier offenbar als Schnäppchen: Mehrere Fonds sind bei Livedoor eingestiegen, die US-Gesellschaft Capital Research hat ihren Anteil auf 8,58 Prozent ausgebaut. (nz)