netzeitung.deTelekom will Jobabbau rasch durchsetzen

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Telekom-Zentrale in Bonn (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Telekom-Zentrale in Bonn
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Dass die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi über den geplanten Stellenabbau vorerst geplatzt sind, findet die Telekom nicht so schlimm. Die Zustimmung der Arbeitnehmervertreter sei ohnehin verzichtbar.

Die Deutsche Telekom
will den geplanten Stellenabbau notfalls auch ohne die Zustimmung der Gewerkschaften durchführen. Der Personalumbau geschehe auf «freiwilliger Basis», schreibt Personalchef Heinz Klinkhammer in einem Brief an die Mitarbeiter. Die Zustimmung der Gewerkschaften sei daher nicht zwingend notwendig, erleichtere aber die Umsetzung. Der Personalchef erneuerte gleichwohl das Gesprächsangebot an die Gewerkschaft Verdi: «Wir sind weiterhin gesprächsbereit.»

Überdies will das Unternehmen trotz der geplatzten Einigung mit den Arbeitnehmervertretern beim Stellenabbau keine Zeit verlieren. «Der personelle Umbau der Deutschen Telekom muss dennoch unverzüglich auf den Weg gebracht werden», hieß es in dem Brief.

32.000 Stellen weniger
Der Konzern will seine Mitarbeiterzahl innerhalb von drei Jahren um 32.000 reduzieren und setzt dabei auf Abfindungen und Vorruhestandsregelungen. Auf betriebsbedingte Kündigungen will das Unternehmen verzichten. Die Telekom bietet in einer bis Ende August befristeten Aktion den Angestellten Abfindungen von bis zu 200.000 Euro an. Die Kosten für den Stellenabbau betragen laut Unternehmensangaben bis zu 3,3 Milliarden Euro.

Unterdessen laufen nach Angaben der Gewerkschaft Vorbereitungen für eine neue Verhandlungsrunde, die in den kommenden Tagen stattfinden soll. «Derzeit loten wir aus, wann dies geschehen könnte», sagte ein Verdi-Sprecher.

Gespräche geplatzt
Am Donnerstag war eine Einigung über die Stellenstreichungen überraschend gescheitert. Das Unternehmen sei in der Vereinbarung zu unverbindlich geblieben, begründete der Sprecher die Ablehnung. So sei nicht sicher, ob der Personalaufbau beim Kundenservice und beim Bau des Glasfasernetzes tatsächlich im zugesicherten Umfang stattfinden werde. Ein Konzernsprecher wies dies zurück. Im Vertrieb sollen den Angaben zufolge 3000 und für den Aufbau des Glasfasernetzes rund 5000 Stellen neu geschaffen werden.

Als eine «enorme» Belastung für die Gespräche bezeichnete der Verdi-Sprecher die geplante Schließung von 45 Callcentern. Die Verhandlungen über die Callcenter waren aus den Gesprächen über den Stellenabbau herausgelöst worden. Am Freitag trafen Vertreter von Telekom und Verdi in Berlin zusammen, um über die Callcenter zu verhandeln. Das Unternehmen will die Zahl der Telefonzentralen auf 51 halbieren. Geschlossen werden sollen unter anderem die Standorte Duisburg, Erfurt und Halle. Ausgebaut werden sollen Standorte wie Berlin, Dresden und Köln.

Kostendruck erzwingt Schließungen
Die Telekom hält den Stellenabbau und die Zusammenlegung der Callcenter angesichts des Kostendrucks und des technologischen Wandels für unabwendbar. «Der steigende Wettbewerbsdruck, der technologische Fortschritt und die Regulierung (...) führen in den Jahren 2006 bis 2008 zu einem sinkenden Personalbedarf und machen den Personalabbau zwingend notwendig», beteuerte Klinkhammer. Verdi findet diese Argumentation nicht stichhaltig und verweist auf den für 2005 erwarteten Milliardengewinn der Telekom. (nz)