07.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
AEG-Mitarbeiter bekommen großen Zuspruch
Mehr als 3000 Beschäftigte verschiedener deutscher Hausgerätehersteller haben sich mit denm AEG-Mitarbeitern in Nürnberg solidarisiert. Sie protestierten gegen die «Profitgier» der Unternehmer.
Die Mitarbeiter von AEG in Nürnberg können auch die Unterstützung der Kollegen von anderen Haushaltsgeräte-Herstellern zählen. Am Dienstag in Nürnberg kamen rund 3500 Beschäftigte von Konkurrenz-Unternehmen zusammen.
Bei einem gemeinsamen Demonstrationszug vom Hauptbahnhof zu dem Werk demonstrierten sie mit lauten Pfeif-Konzerten und forderten den Erhalt des Nürnberger AEG-Werks. Unter den Teilnehmern waren unter anderem Beschäftigte der Hausgerätehersteller Miele, Bosch-Siemens und Bauknecht.
Gegen die «Profitgier»Auf der anschließenden Kundgebung kündigte Bayerns IG Metall-Chef Werner Neugebauer an, weiter um die Arbeitsplätze in Nürnberg zu kämpfen. «Wir wollen heute ein Zeichen setzten gegen Unternehmerwillkür, gegen Gier und Profitsucht», sagte er. Zugleich kritisierte Neugebauer, dass der schwedische Mutterkonzern Electrolux bisher alle Vorschläge zum Erhalt des Nürnberger Werkes abgelehnt.
Electrolux weist die Schuld dagegen der Gewerkschaft zu: «Die IG Metall beharrt auf ihren völlig utopischen Forderungen, die keine Basis für eine Einigung sein können», sagte Horst Winkler, verantwortlicher Manager für alle Electrolux-Werke in Europa, am Montag in Nürnberg.
Werk soll verlagert werdenDas Werk, in dem Waschmaschinen und Geschirrspüler gefertigt werden, wird seit dem 20. Januar bestreikt. Die Produktion soll nach dem Willen von Electrolux bis Ende 2007 schrittweise nach Polen und Italien verlagert werden.
Verhandlungen zwischen IG Metall und Geschäftsleitung über den Erhalt des Standorts sowie einen Sozialtarifvertrag für die von der Schließung betroffenen rund 1700 Mitarbeiter blieben bisher ergebnislos. Am Mittwoch sollen die Gespräche fortgesetzt werden. (nz)