netzeitung.deToshiba gewinnt Bieterstreit um Westinghouse

 Herausgeber: netzeitung.de

Lupe Toshiba gewinnt Bieterstreit um Westinghouse

Der japanische Konzern Toshiba hat den Bieterkampf um Westinghouse für sich entschieden. Für den US-Kraftwerksproduzenten legt Toshiba weit über fünf Milliarden Dollar hin.

Der japanische Elektronikkonzern und Hersteller von Atommeilern kauft den US-Konzern Westinghouse Electric. Wie Toshioba am Montag in London mitteilte, beläuft sich der Kaufpreis für den US-Kraftwerksanbieter auf 5,4 Milliarden Dollar. Mit dem Kauf steigt Toshiba eigenen Angaben nach zum weltweit führenden Konzern im Nuklearenergie-Geschäft auf. Westinghouse gehörte bislang dem staatseigenen britischen Nuklearkonzern British Nuclear Plc.

In einem monatelangen Bieterstreit hat sich Toshiba nun gegen den US-Konzern General Electric und den japanischen Konzern Mitsbubishi Heavy Industries durchgesetzt. Nach Einschätzung von Branchenexperte hat Toshiba in der Hoffnung auf eine Renaissance des Atomkraftwerksbaus in den USA und Europa sowie eine rasch steigende Zahl von Neuaufträgen für Atomkraftwerke in China und anderen rasant wachsenden asiatischen Ländern den höhern Kaufpreis bezahlt.

Westinghouse lieferte fast 100 Meiler
Westinghouse hat einen Umsatz von 1,9 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr erwirtschaftet. Das vor rund 120 Jahren gegründete Unternehmen mit weltweit 8000 Mitarbeitern hat bislang insgesamt 98 Atomkraftwerke geliefert und verfügt über 34 Betriebe in 14 Ländern. Das Unternehmen ist auf Druckwasserreaktoren spezialisiert. Die Mehrzahl der japanischen Atommeiler wurde von Toshiba gebaut. (nz)