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Investoren wollen weiteres Zeitungshaus kaufen

06. Feb 2006 10:43
David Montgomery
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Die Finanzinvestoren, die schon den Berliner Verlag und die «Hamburger Morgenpost» gekauft haben, schauen sich nach weiteren Verlagen um. Im Visier haben sie aber auch Fachverlage, Radio und Online-Medien.

Nach dem Erwerb des Berliner Verlags und der «Hamburger Morgenpost» will die Investorengruppe um den Briten David Montgomery und dem US-Unternehmen Veronis Suhler Stevenson (VSS) in diesem Jahr mindestens einen weiteren deutschen Verlag kaufen. «Wir investieren im deutschsprachigen Raum 300 bis 400 Millionen Dollar», sagte VSS-Manager Johannes von Bismarck der «Welt».

Namen nannte von Bismarck nicht. Spekulationen über Interesse an der «Sächsischen Zeitung» wies er zurück: «Da gibt es zur Zeit überhaupt keine Gespräche, weder mit den Gesellschaftern noch mit dem Management.» Käufer des Berliner Verlags wie der «Mopo» war die BV Deutsche Zeitungsholding, die mit 75 Prozent von VSS-Investoren, zu 15 Prozent von Montgomery und mit zehn Prozent vom Management getragen wird.

Synergien durch weitere Zukäufe

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Neben Zeitungen habe VSS auch Fachverlage, Außenwerbung, Radio oder Online-Medien im Visier, berichtete die Zeitung weiter. Hierfür würden gesonderte Unternehmensplattformen gegründet. Für alle Mediensegmente habe VSS eine Liste potenzieller strategischer Partner. Allerdings werde sich das Unternehmen «jetzt erst einmal ein paar Monate Zeit lassen», betonte von Bismarck.

Von Bismarck sagte, die BV Holding wolle «sowohl organisch sowie durch weitere Zukäufe in den deutschen Markt wachsen». In einer größeren Gruppe könne man Synergien und Potenziale in Produktion, Marketing und Vertrieb heben, argumentierte der VSS-Manager. Die gesamte Gruppe soll in Deutschland auf einen Jahresumsatz von 300 bis 400 Millionen Euro kommen. Derzeit seien es in Berlin und Hamburg zusammen knapp 150 Millionen Euro.

Einheit des Berliner Verlags betont

Zugleich versuchte von Bismarck Bedenken zu zerstreuen, die BV Holding könnte Teile des Berliner Verlags oder einzelne Titel verkaufen. Die Sorge sei «völlig unbegründet», sagte der VSS-Manager. «Gerade die Einheit der Publikationen ist vermarktungstechnisch interessant.» Bei der «Berliner Zeitung» seien keine Beschlüsse gefasst worden, «die zu irgendeiner Aufregung führen können», sagte von Bismarck.

Die Investorengruppe hatte Anfang Dezember gegen den Willen der Beschäftigten den Berliner Verlag übernommen, in dem neben der «Berliner Zeitung» auch der «Berliner Kurier» und das Magazin «Tip» erscheinen. Ende Januar übernahm die BV Holding auch die «Hamburger Morgenpost». Erst nach der Kartellfreigabe für die Übernahme in Hamburg könne man gemeinsame Pläne schmieden. In jedem Fall behielten die jeweiligen Titel ihre publizistische Unabhängigkeit, betonte von Bismarck. (nz)

 
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