Medienanstalten vertagen Springer-Entscheid
31.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Die Konferenz der Direktoren der Landesmedienanstalten (KDLM) sucht also Möglichkeiten, wie die geplante Übernahme der Senderkette durch den Verlagskonzern doch noch genehmigt werden kann. Die Kommission zur Ermittlung der Kommission im Medienbereich (KEK) hatte das Geschäft wegen der Gefahr einer «vorherrschenden Meinungsmacht» untersagt. Die KDLM kann das Votum mit Dreiviertelmehrheit kippen.
Als «Diskussionsansätze» für eine Lösung nannte KDLM-Vorsitzender Albert die «Abgabe von Sendezeiten an unabhängige Dritte und die Gewährleistung von regionaler Berichterstattung durch unabhängige Fernsehveranstalter über die Mindestanforderungen des Rundfunkstaatsvertrages hinaus». Auch seien für das gesamte Unternehmen «darüber hinaus Vorgaben zu entwickeln, die eine cross-mediale Zusammenarbeit unterbinden». Ihre Einhaltung müsse «durch ein unabhängiges Gremium mit wirksamen Sanktionsmöglichkeiten im Falle der Nichtbeachtung sichergestellt werden».
Kartell- und Medienaufsicht hatten die Herauslösung eines der beiden großen Sender der Kette ProSieben oder Sat1 als Bedingung genannt, um die Fusion genehmigen zu können. Springer-Chef Mathias Döpfner hatte das angeboten, die Möglichkeit aber nach kurzer Zeit wieder ausgeschlossen, weil das Bundeskartellamt auf einer Veräußerung des Senders vor Vollzug der Übernahme bestanden hatte.

