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Montgomery kauft «Hamburger Morgenpost»

27. Jan 2006 16:43, ergänzt 20:14
David Montgomery
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David Montgomery baut seine Stellung im deutschen Zeitungsmarkt aus. Jetzt übernahm der britische Finanzinvestor die «Hamburger Morgenpost».

Der britische Finanzinvestor David Montgomery kauft nach der Übernahme des Berliner Verlags, in dem «Berliner Zeitung» und «Berliner Kurier» erscheinen, über seine Tochter BV Deutsche Zeitungsholding auch die Boulevardzeitung «Hamburger Morgenpost». Das bestätigte ein Sprecher Montgomerys am Freitag in Berlin.

Ein Kaufvertrag mit den Eigentümern Hans Barlach und Josef Depenbrock sei am Freitag unterzeichnet worden, erläuterte der Sprecher. Die Übernahme stehe unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamts. Die beteiligten Parteien rechneten damit, dass der Vertrag Ende Februar rechtskräftig werden könne. Eine Verkaufssumme wurde nicht genannt.

«Logische Weiterentwicklung»

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Wie es weiter hieß, bleibt Depenbrock Geschäftsführer und Chefredakteur des Blattes und übernimmt zusätzlich Managementfunktionen in der Holding. Barlach bleibe dem Verlag als Herausgeber der «Hamburger Morgenpost» verbunden und erwerbe zugleich Anteile in der BV Deutsche Zeitungsholding.

«Wir werden unsere Zeitungsgruppe sowohl durch organisches Wachstum als auch durch weitere Akquisitionen ausbauen», erklärten Montgomery und der frühere Bertelsmann-Manager Gerd Schulte-Hillen als Aufsichtsratsmitglieder der BV Deutschen Zeitungsholding. Der Kauf sei die «logische Weiterentwicklung», die mit dem Kauf des Berliner Verlages Ende 2005 begonnen habe, erklärten die neuen Eigner.

An der Deutschen Zeitungsholding sind Montgomerys Firma Mecom, die Beteiligungsgesellschaft Veronis Suhler Stevenson, Schulte-Hillen sowie Manager des Berliner Verlages beteiligt.

DJV warnt vor Ausbeutung

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Nachricht der Übernahme nach eigenen Worten «mit großer Sorge» aufgenommen. «Mit der Hamburger Morgenpost hat Montgomery ein neues Objekt gefunden, das er wirtschaftlich ausbeuten kann», sagte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken.

Konken forderte die Bundesregierung auf, dringend dafür zu sorgen, dass die Anteile ausländischer Investoren an deutschen Medienunternehmen auf maximal 49 Prozent begrenzt werden. «Ansonsten wird der deutsche Medienmarkt zum Spekulationsobjekt ausländischer Finanzhaie, die das deutsche Mediensystem ruinieren», sagte der DJV-Bundesvorsitzende. (nz)

 
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