26. Jan 2006 23:01, ergänzt 27. Jan 2006 09:08
Microsoft hat nicht ganz so viel umgesetzt wie erwartet – weil nicht genug Spielkonsolen zur Verfügung standen, wie Finanzchef Liddell meint. Der Quartalsgewinn legte um fast sechs Prozent zu.
Angesichts von Lieferproblemen bei seiner Spielkonsole Xbox hat er weltgrößte Softwarehersteller Microsoft die Umsatzerwartungen der Analysten im abgelaufenen Quartal leicht verfehlt. Finanzchef Christopher Liddell sagte am Donnerstag nach Handelsschluss an den US-Börsen bei Vorlage der Zahlen, zwischen der Einführung des neuen Models Xbox 360 im November und dem Jahreswechsel seien insgesamt 1,5 Millionen Geräte abgesetzt worden. Das ist etwas weniger als vom Unternehmen erhofft.Teilweise hätten nicht genug Konsolen zur Verfügung gestanden, um die Nachfrage zu befriedigen, räumte Liddell ein. Er hielt aber am Ziel fest, im gesamten laufenden Geschäftsjahr 2005/06 zwischen 4,5 und 5,5 Millionen Geräte zu verkaufen. Insgesamt zeigte sich der Finanzchef «glücklich» mit der Umsatzentwicklung.
Mit 11,84 Milliarden Dollar setzte Microsoft nach eigenen Angaben im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 9,4 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Schnitt auf einen Wert von 11,96 Millionen Dollar getippt. Der Überschuss betrug den Angaben zufolge 3,65 Milliarden Dollar oder 34 Cent je Aktie, wovon ein Cent aus Steuergutschriften stammten. Im Auftaktquartal 2005 hatte der Reingewinn noch 3,46 Milliarden Dollar oder 32 Cent je Aktie betragen.Neben der positiven Entwicklung in der Unterhaltungssparte, zu der neben der Xbox selbst auch Spiele für die Konsole zählen und deren Umsatz um 13 Prozent wuchs, trugen auch starke Verkäufe von Programmen für PC und Netzwerkrechner bei, wie der Finanzvorstand erläuterte. So stieg der Absatz des Betriebssystems Windows binnen Jahresfrist um 8,3 Prozent, während Microsoft 5,5 Prozent mehr Bürosoftware verkaufte.
Auf dieser Basis sagte Liddell einen Jahresumsatz zwischen 44 und 44,5 Milliarden Dollar vorher, womit der Minimalwert leicht nach oben korrigiert wurde. Der Gewinn je Aktien werde ohne Sondereffekte zwischen 1,28 und 1,31 Dollar liegen. Die Prognosen des Finanzvorstands liegen damit im Rahmen der Schätzungen von Wall-Street-Experten.In einer Sparte musste Microsoft im zweiten Quartal indes Umsatz- und Gewinneinbußen hinnehmen: Die Onlinesparte MSN setzten nach 606 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum zuletzt nur noch 593 Millionen Dollar um. Der Quartalsgewinn fiel binnen Jahresfrist von 130 auf 58 Millionen Dollar. Grund ist laut Analysten aber nicht nur der scharfe Wettbewerb mit Google und Yahoo auf dem Markt für Internet-Suchmaschinen und –Vermarktung. Vielmehr habe vor allem der Ausstieg von MSN aus dem Zugangsgeschäft die Umsätze gedrückt, hieß es. (nz)