26.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
VW-Zentrale in Wolfsburg
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Staatsanwaltschaft verdächtigt zwei Menschen, bei illegalen Geldtransfers im Rahmen der Schmiergeld- Affäre bei VW mitgeholfen zu haben. Demnächst will Ex-Betriebsratschef Volkert erneut aussagen. Thema: Schmiergeld-Affäre bei VW VW-Ombudsstelle soll Korruption verhindern VW-Manager müssen für Dienstwagen zahlen Kein Ermittlungsverfahren gegen Gabriel VW-Affäre: Pischetsrieder seit 2004 informiert VW wirft indischen Skoda-Chef raus
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat ihre Ermittlungen wegen der Schmiergeld- Affäre beim Volkswagen-Konzern
ausgeweitet: Es gebe einen Anfangsverdacht auf Beihilfe zur Untreue, sagte Staatsanwalt Klaus Ziehe am Donnerstag der Netzeitung. Sie sollen an illegalen Geldtransfers beteiligt gewesen sein. Mit den angeblichen Luxusreisen und Besuche bei Edelprostituierten, die Betriebsratsmitgliedern auf Konzernkosten ermöglicht worden sein sollen, habe der Verdacht nichts zu tun.
«Den Sachverhalt kann ich nicht weiter eingrenzen», betonte Ziehe unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen. «Sie sind weder bei VW beschäftigt noch stammen sie aus der Region», sagte er lediglich. Der Verdacht sei aus Dokumenten hergeleitet, die im Zuge der Ermittlungen ausgewertet wurden. Sie beruhten nicht auf Aussagen eines der zuvor zehn Beschuldigten.
Volkert will nochmals aussagenUnter ihnen finden sich neben dem früher in der VW-Personalabteilung beschäftigten Klaus-Joachim Gebauer und dem Ex-Skoda-Personalvorstand Helmuth Schuster, die als Schlüsselfiguren der Affäre gelten, auch der ehemalige Betriebsratschef Klaus Volkert sowie Peter Hartz, einst Arbeitsdirektor des Konzerns. Beide hatten im Zuge der Affäre ihre Posten abgegeben.
Die Staatsanwälte in Braunschweig wollen nach Auskunft Ziehes beiden nochmals Gelegenheit geben, zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen Stellung zu nehmen. Volkerts Anwalt habe Bereitschaft dazu signalisiert, Hartz' nicht. Als Beschuldigte hätten beide das Recht zu schweigen, betonte Ziehe. Einen Termin wollte er nicht nennen.
Untreue und BetrugDen Verdächtigen wird Untreue und Betrug oder Beihilfe dazu angelastet. Sie sollen über ein weltweites Netz von Tarnfirmen Konzernsgelder in ihre eigene Tasche geleitet haben. Zudem sollen Betriebsratsmitgliedern Vergünstigungen gewährt worden sein, um die Arbeitnehmervertretung auf Vorstandslinie zu bringen. (nz)