26. Jan 2006 10:09
Im laufenden Geschäftsjahr wird Sony doch nicht erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt einen Verlust ausweisen müssen. Dank der tragbaren Playstation legte Konzernchef Stringer für das Schlussquartal Rekordzahlen vor.
Der japanische Elektronikkonzern Sony wird das laufende Geschäftsjahr 2005/06 doch nicht mit Verlusten abschließen: Der Vorstand erwarte einen operativen Gewinn von rund 100 Milliarden Yen (etwa 750 Millionen Euro) für das im März endende Geschäftsjahr, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Tokio mit. Für den Überschuss wurden 70 Milliarden Yen, für den Umsatz 7,4 Billionen Yen prognostiziert.Noch im November hatte Konzernchef Sir Howard Stringer angesichts des schwierigen Geschäfts mit Unterhaltungselektronik gesagt, Sony werde das laufende Jahr mit einem Verlust von netto zehn Milliarden Yen abschließen. Es wäre das erste Minus nach elf Jahren gewesen. Zugleich hatte Stringer ein 210 Milliarden Yen schweres Restrukturierungsprogramm angekündigt, dass die Entlassung von rund 10.000 Mitarbeitern und die Stilllegung von elf Produktionsstätten beinhaltet. Zugleich kündigte er höhere Investitionen für Chips und LCD-Fernseher an.
Damit hat Stringer schon jetzt zumindest zum Teil Erfolg: Wie das Unternehmen weiter mitteilte, sorgte vor allem das bislang eher schwache LCD-TV-Geschäft mit der Produktlinie Bravia für neuen Optimismus. Aber auch unerwartet starke Verkäufe der tragbaren Spielkonsole PSP hätten das Schlussquartal zu einem außerordentlich erfolgreichen gemacht.So stieg nach Unternehmensangaben das operative Ergebnis auf 202,8 Milliarden Yen. Das sind 47 Prozent mehr als die 143,8 Milliarden Yen des Vorjahresabschnitts. Netto legte der Überschuss binnen Jahresfrist um 18 Prozent auf 168,9 Milliarden Yen zu. Das ist mehr als doppelt so viel wie Analysten im Schnitt erwartet hatten. Der Umsatz wurde mit 2,37 Milliarden Yen angegeben – ein Zuwachs um ein Zehntel im Jahresvergleich und ein Quartalsrekord, wie es hieß. (nz)