24.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Dieter Zetsche
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Daimler-Chef Zetsche hat den Mitarbeitern, die vom Stellenabbau in der Verwaltung betroffen sind, «faire Lösungen» versprochen. Fast zwei Drittel der 6000 Stellen verschwinden in Deutschland.
Der Vorstandsvorsitzende des Autokonzerns DaimlerChrysler
, Dieter Zetsche, hat den von Stellenabbau betroffenen Mitarbeitern in der Verwaltung «faire Lösungen» zugesichert. «Grundsätzlich haben wir aber keine andere Wahl, wenn wir nicht die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens gefährden wollen», schrieb Zetsche am Dienstag in einem Mitarbeiterbrief.
«Doppelkapazitäten» abschaffenDas Unternehmen hatte am Mittag bekannt gegeben, in den kommenden drei Jahren weltweit 6000 Stellen in der Verwaltung zu streichen, das ist jede fünfte Stelle. 30 Prozent der Streichungen entfallen auf die Management-Ebene. Für die tariflichen Mitarbeiter in Deutschland gilt dabei der Beschäftigungspakt «Zukunftssicherung 2012». Bis zu diesem Jahr sind betriebsbedingte Kündigungen für hiesige Mitarbeiter ausgeschlossen.
Zetsche verteidigte die Maßnahme in dem Schreiben damit, dass Verwaltungsfunktionen wie Finanzen, Controlling, Personal oder Strategie auf vielen Ebenen wahrgenommen würden. «Wir haben hier Doppelkapazitäten, was ein hohes Maß an Komplexität zur Folge hat.» Außerdem betonte der Konzernchef, dass viele Unternehmenseinheiten ihr Geschäft auf ihre Weise betrieben und es keine harmonisierten und standardisierten Prozesse gebe.
Vor allem Deutschland betroffen«Um unsere Zukunft zu sichern, müssen wir immer wieder unsere Strukturen und Prozesse überprüfen und den geänderten Anforderungen anpassen», begründete Zetsche das Programm zum Umbau der Konzernzentrale. Das neue Führungsmodell sei darauf ausgelegt, das Unternehmen weiter zu integrieren, die operativen Bereiche stärker auf ihre jeweiligen Kernprozesse auszurichten und die Zusammenarbeit im Unternehmen zu fördern.
DaimlerChrysler veranschlagt die Kosten für die Maßnahme auf rund zwei Milliarden Euro.
Wie Zetsche in einer Telefonkonferenz erläuterte, wird knapp 60 Prozent des Jobabbaus Deutschland betreffen. 25 Prozent der Stellenstreichungen träfen Nordamerika. Nach Schätzungen des Betriebsratschefs der Konzernzentrale, Jörg Spies, könnten inklusive der Manager etwa 2000 Mitarbeiter allein in Stuttgart betroffen sein.
Oettinger bedauert PläneGesamtbetriebsratschef Erich Klemm kritisierte, schon wieder habe der Vorstand eine pauschale Personal-Abbauzahl verkündet, die von dem Gesamtbetriebsrat nicht akzeptiert werde. «Personalabbau wird für den Vorstand offenbar zum zentralen Mittel der Effizienzsteigerung im Unternehmen.»
Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) bedauerte den Stellenabbau. Viel schmerzlicher wäre es aber, wenn ein Teil der Produktion ins Ausland abwandern würde, sagte Oettinger. Er respektiere die betriebswirtschaftlichen Überlegungen des Konzerns. Erst vor rund zwei Wochen hatte DaimlerChrysler bekannt gegeben, dass bei Mercedes innerhalb von drei Monaten 60 Prozent des 2005 angekündigten Abbaus von 8500 Stellen schon vollzogen wurden. (nz)