Nach Skandal droht Tyco Zerschlagung
09.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Kozlowski war im Sommer vergangenen Jahres ebenso wie sein Finanzchef Mark Schwartz wegen Diebstahl zu Lasten des Unternehmens verurteilt worden und muss mindestens sieben Jahre in Haft. Das Gericht befand ihn für schuldig, sich an der Firmenkasse vergriffen zu haben: Er hatte sich unter anderem die Einrichtung seiner Wohnung in New York und eine teure Geburtstagsfeier für seine Frau in Italien vom Unternehmen bezahlen lassen.
Der Skandal wurde in den USA neben den um den Energiehändler Enron und den Telekom-Konzern Worldcom eingereiht, die schwer auf den Aktienkursen lasteten Händler spotteten damals, der Markt leide an «Enronitis» und «Tycose».
Inzwischen aber hat sich das Blatt gewendet: Nicht zuletzt seit der Medienkonzern Viacom seinen Kurs, immer mehr neue Firmen und Geschäfte zuzukaufen, auf Druck von Analysten aufgegeben hat, stehen fokussiertere Unternehmen bei den US-Anleger wieder höher im Kurs als große Konglomerate. Das Festhalten am bisherigen Kurs hat der Tyco-Aktie im vergangenen Jahr einen Abschlag von 16 Prozent beschert; seit Vorstandschef Breen im November eine Kurskorrektur auch nur andeutete, gewann das Papier rund ein Zehntel an Wert.
Wie das «WSJ» unter Berufung auf einen Vertrauten von Firmenchef Breen weiter berichtet, laufen dessen Planungen derzeit darauf hinauf, das Elektronik- und das Gesundheitsgeschäft vom Rest des Unternehmens abzuspalten. Der könnte sich dann auf Sicherheits- und Feuerlösch-Produkte sowie das Geschäft mit Pumpen und Armaturen konzentrieren.
Breen wolle die übrigen Mitglieder des Boards dafür gewinnen, hieß es. Vorteil der Transaktionen wäre demnach, dass die Abspaltung steuerfrei wäre. Firmensitz auch der abzuspaltenden Unternehmen würden demnach die Bermudas bleiben wo ohnehin nicht sonderlich hohe Steuern verlangt werden. (nz)

