Google fürchtet Macht der US-Telefonfirmen
Geht es nach Bellsouth und anderen Breitband-Anbietern wie AT&T, dann könnten Kunden von Movielink künftig von einem schnelleren Download profitieren, weil ihre Datenpakete bei Staus in den Leitungen bevorzugt transportiert würden. Dafür sollen die Inhalte-Anbieter nach Vorstellung der Netzbetreiber ein Gebühr entrichten. Angesichts des frühen Stadiums der Gespräche nannte das «WSJ» zwar keine Zahlen, schrieb aber von einem «kleinen prozentualen Anteilen» an den zwei bis fünf Dollar, die etwa Movielink für das Herunterladen eines Filmes verlangt.
Das hat unter anderem dazu geführt, dass der Marktwert der großen Telekom-Konzerne in den USA im vergangenen Jahr zum Teil deutlich gesunken ist oder zumindest stagnierte. Dagegen legten Content-Provider deutlich zu: Der Börsenwert von Yahoo etwa stieg binnen Jahresfrist um fast acht auf knapp 59 Milliarden Dollar an, der von Google verdreifachte sich fast von etwa 53 auf mehr als 133 Milliarden Dollar.
Für die Netzbetreiber ist die Gebühr für die Garantie einer schnellen Datenübertragung nur eine logische Folge: Im «WSJ» verglich William Smith, Technologie-Chef bei Bellsouth, das Geschäft mit der bevorzugten Platzierung von Anzeigen für zahlende Kunden bei der Suchmaschine Google. Smith betonte, sein Unternehmen habe keine Pläne, Kundenzugriffe oder Anbieter zu benachteiligen. Außerdem sei es nur gerechtfertigt, dass sich die Inhalte-Anbieter an der Kosten für die Netze beteiligen: «Während der Hurrikane, zahlte Google nichts, damit DSL wieder hergestellt wurde», schimpfte ein Bellsouth-Sprecher im «WSJ». «Wir zahlten das ganze Geld.»
Andere Kritiker der Pläne verwiesen darauf, dass besonders junge, kleine Content-Anbieter durch höhere Kosten aus dem Wettbewerb geworfen werden könnten – und dass die Netzbetreiber so bestimmen könnten, welche Firma sich letztlich durchsetzt. Ungenannte Google-Manager warnten laut «WSJ» vor einer zu großen Macht der Netzbetreiber, die die freie Verbreitung von Inhalten gefährden könnte.
Er verwies darauf, dass die Behörde weiter am Ziel der «Netzneutralität» festhält – der Idee, dass die Eigner der Telefon- und Kabelnetze nicht bestimmen können, wie ein Konsument das Internet nutzt oder welcher Content dort verbreitet wird. (nz)
