Conti will in Milliardenhöhe zukaufen
23.12.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Es gebe bereits Gespräche, aber es sei noch nichts konkret, betonte er. «Wir haben derzeit fünf Suchgebiete für Übernahmen.» Wennemer nannte das Elektronikgeschäft sowie die Kautschuk- und Kunststoffproduktion in den USA und Asien. Auch die Reifenproduktion in Fernost solle ausgebaut werden.
Für diese Pläne dürfte die Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) sowie die vor dem Jobverlust stehenden etwa 320 Beschäftigten des Pkw-Reifenwerks in Hannover-Stöcken wenig Verständnis aufbringen. Die Pläne Wennemers, das profitable Werk zu schließen, hatte massive öffentliche Proteste ausgelöst - zumal die betroffenen Mitarbeiter erst vor wenigen Monaten längeren Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich zugestimmt hatten, um ihre Arbeitsplätze zu erhalten.
Durch längere oder flexiblere Arbeitszeiten könne sich Conti nur Verschnaufpausen erarbeiten, sagte er. «Das Enttäuschende beim Werk in Stöcken ist ja, dass diese Verschnaufpause nur sechs Monate lang war.»
Der Konzern handele nach der Strategie, «dort zu produzieren, wo die Kosten am günstigsten sind». Das sei «nicht in Stöcken, sondern in Tschechien». Deutschland habe Wettbewerbsvorteile wie Innovation, Schnelligkeit oder Qualität verloren, kritisierte Wennemer laut «SZ». «Man muss akzeptieren, dass sich vieles verändert hat.»
Die Gewerkschaft hatte darauf gedrängt, die Reifenfertigung erst 2007 einzustellen und verlangte überdies als Gegenleistung andere Fertigungslinien für das Werk. Der Konzern will das Werk dagegen Ende 2006 stilllegen. (nz)

