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Electrolux sieht keine Chance für Nürnberg

20. Dez 2005 21:13, ergänzt 21:36
Proteste vor dem Nürnberger AEG-Werk
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«Lug und Trug» wirft die IG Metall der AEG-Mutter Electrolux vor. Das Management zeigt sich davon unbeeindruckt und rechnet kühl vor, in drei Monaten werde die Gewerkschaft dem Aus für das Nürnberger Werk zustimmen.

Die IG Metall hat die Beschäftigten des von der Schließung bedrohten AEG-Werks in Nürnberg zum Kampf für einen Sozialtarifvertrag aufgerufen. «Wenn die Electrolux-Manager über Geld reden, dann können wir das auch», sagte Jürgen Wechsler, Bevollmächtigter der Nürnberger IG Metall, am Dienstag bei einer Betriebsversammlung.

Wechsler fordert für die vor Entlassung stehenden Mitarbeiter eine Vorruhestandsregelung vom 53. Lebensjahr an ohne Verlust von Bezügen und ohne Rentenabschläge, die Qualifizierung von Mitarbeitern notfalls bis zum Jahr 2010 und eine Abfindung von drei Monatseinkommen pro Jahr der Betriebszugehörigkeit.

«Electrolux lügt»

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  • Überdies warf er der AEG-Mutter Electrolux vor, das Werk schlecht zu reden. Aussagen, das Nürnberger Werk sei unrentabel seien «Lug und Trug». Überdies bezweifelte der Gewerkschafter, ob überhaupt eine sorgfältige Prüfung der Wirtschaftlichkeit stattgefunden habe. Die Entscheidung sei vielmehr bereits vor Jahren gegen das Werk gefallen. Schon deshalb werde man das Werk nicht aufgeben. «Wir werden so lange weiter kämpfen, bis Electrolux-Chef Straberg in die Wüste geschickt wird», gab sich Wechsler angriffslustig.

    Mit einem Fackelzug haben am Dienstagabend rund 6000 Menschen in Nürnberg gegen die geplante Werksschließung demonstriert. Nach einer Kundgebung formierten sie sich zu einer mehrere Kilometer langen Lichterkette rund um das weitläufige AEG-Werksgelände im Stadtteil Muggenhof. Auf Spruchtafeln und Transparenten warfen Demonstranten der AEG-Mutter Electrolux «soziale Kälte» und «Missbrauch ihrer unternehmenerischen Macht» vor.

    Electrolux zeigte sich indes unbeeindruckt. «An dem Beschluss ist nicht zu rütteln», sagte der Produktionsvorstand von Europa, Horst Winkler. «Das Ding ist so was von glasklar. Jeder, der sich die Zahlen genau anschaut, sieht den Trend», betonte er mit Blick auf eine angebliche Kostenlücke von 48 Millionen Euro im fränkischen Werk.

    Sozialvertrag erst in drei Monaten

    Einem Sozialvertrag zeigte sich der Electrolux-Manager indes aufgeschlossen. «Ein Sozialvertrag kann eines der Modelle sein. Es kann aber auch was ganz anderes am Ende herauskommen. Wichtig ist, dass wir möglichst zeitnah eine Lösung finden», sagte Winkler. Bis Frühjahr werde es indes mit einer Einigung dauern. «Einen Monat wird man brauchen, um zu sehen, was geht; einen weiteren, um gegenseitiges Vertrauen zu entwickeln, und einen Monat, um die Einzelheiten zu regeln», rechnete der Manager vor. (nz)

     
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