AEG-Belegschaft baut Überstunden ab
19.12.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Nach der Belegschaftsversammlung sei ein Demonstrationszug durch die fränkische Stadt mit einer Menschenkette geplant, hieß es weiter. Für eine anschließende Kundgebung würden sowohl der bayerische IG-Metall-Vorsitzende Werner Neugebauer als auch Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) erwartet. Maly hatte die Nürnberger bereits aufgerufen, aus Solidarität mit den AEGlern an der Demonstration teilzunehmen.
Statt nach Wegen für eine Fortführung der Produktion in Nürnberg zu suchen, habe Elektrolux von Beginn an nur die Schließung im Auge gehabt. Auch das Argument plötzlich aufgetretener Überkapazitäten sei nur vorgeschoben.
Der mittelfränkische DGB-Chef Stephan Doll nannte die geplante Zerschlagung von AEG einen gesellschaftspolitischen Skandal: «Wir brauchen dringend eine Diskussion, wie der grenzenlosen Gier von Konzernen Einhalt geboten werden kann», sagte Doll. Der evangelische Stadtdekan Michael Bammessel forderte die Manager des Electrolux- Konzerns auf, sich nicht ihrer Verantwortung für die Menschen zu entziehen.
Unklar ist, was mit den übrigen AEG-Arbeitsplätzen in Nürnberg geschehen soll. Dort arbeiten noch etwa 250 weitere Mitarbeiter für Electrolux, unter anderem in der Deutschland-Zentrale. Gewerkschaft und Betriebsrat sind vor allem deshalb über die Schließung erbost, weil nach ihrer Ansicht seit Jahren nichts in das Stammwerk investiert wurde, so dass die Produktivität dort vergleichsweise niedrig ist. Das Management betont indes, dass in Nürnberg mit Verlust gefertigt werde und der Standort daher geschlossen werden müsse. (nz)

