18. Dez 2005 14:36
Wegen zu hoher Papierpreise in Deutschland wollen vier Großverlage auf Russland ausweichen. Die deutschen Unternehmen wollen dort eine Papierfabrik bauen und setzen dabei auf die Hilfe von Altkanzler Schröder.
Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sei um Vermittlungshilfe gebeten worden. Ein Brief vom Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft sei an den Ex-Kanzler gegangen, auf den man wegen dessen Freundschaft zu Präsident Wladimir Putin baue. Vertreter der Verlage Axel Springer, Holtzbrinck, WAZ und Madsack brechen demnach an diesem Mittwoch zu einer Reise nach Russland auf, um erste Kontakte mit russischen Investoren zu knüpfen.Gesprochen werden solle sowohl mit bereits existierenden Papierfabriken wie mit potenziellen Investoren aus anderen Bereichen. «Es gibt ein großes Interesse bei Investoren, konkret ist aber noch nichts», sagte Harms. Hintergrund für die Initiative sei, dass Papier in Deutschland zu teuer werde. Die Zeitungsverleger rechneten mit weiteren Kostensteigerungen in den kommenden Jahren.
Deshalb möchten sie eine Papierfabrik in Russland nach westlichem Standard errichten. «Die bisher von dort gelieferte Qualität ist unzureichend», sagte Harms. Nach Angaben des «Spiegel» peilen die Zeitungsverlage eine Jahreskapazität von etwa 300.000 Tonnen Papier an. (nz)