16.12.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Protest im Nürnerger AEG-Werk
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der AEG-Betriebsrat drängt Bayerns Wirtschaftsminister Huber, sich für den Erhalt des Nürnberger Stammwerks einzusetzen. Für den Politikerbesuch will die Belegschaft die Arbeit wieder ruhen lassen.
Nach vier Tagen Ausstand wird im AEG-Hausgerätewerk in Nürnberg wieder gearbeitet. Die etwa 800 Mitarbeiter der Frühschicht hätten den Proteststreik am Freitagmorgen beendet, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Nürnberger IG Metall, Jürgen Wechsler. Die Arbeit werde aber wieder ruhen, wenn Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) am Vormittag das AEG-Stammwerk besucht.
Die Belegschaft protestiert seit Wochen gegen die geplante Schließung der Fertigung in Nürnberg Ende 2007 und ihre Verlagerung an Standorte mit geringeren Lohnkosten. Dadurch werden voraussichtlich 1750 Arbeitsplätze wegfallen. Die IG Metall hat angekündigt, gegen die Entscheidung des schwedischen Mutterkonzerns Electrolux zur Urabstimmung über einen unbefristeten Streik aufzurufen. Bereits vorher war aber aus Prostest die Arbeit weit gehend niedergelegt worden.
«Die Belegschaft tut alles»IG-Metall-Vize Wechsler betonte, die Mitarbeiter erwarteten von Minister Huber mehr als nur verbale Solidarität. «Die Belegschaft tut ja alles. Jetzt muss geklärt werden, was die Politik tun kann», sagte er.
Huber will mit Geschäftleitung und Betriebsrat über die geplante Schließung sprechen. (nz)