netzeitung.deTelekom verliert bei DSL an Boden

 Herausgeber: netzeitung.de

Multimedia-Nutzerin (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Multimedia-Nutzerin
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Drei von vier DSL-Neukunden entscheidet sich für einen Breitbandanschluss bei der Telekom-Konkurrenz. Trotzdem erhalten viele von ihnen indirekt Leistungen des Marktführers.

Im Wettbewerb auf dem deutschen Breitbandmarkt haben die Konkurrenten der Deutschen Telekom
ihre Marktposition ausgebaut. «Bis Ende 2005 wird der Wettbewerberanteil auf wahrscheinlich 40 Prozent steigen», sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, am Donnerstag in Bonn. Im Vergleich zum Vorjahr hätte die Telekom-Konkurrenz ihren Marktanteil damit verdoppelt.

Bei rund zehn Millionen DSL-Anschlüssen bis zum Jahresende verfügten 27 Prozent der deutschen Haushalte über schnelle Datenübertragung. Zwar sei die Telekom mit ihrer Tochter T-Online weiter marktbeherrschend, sagte Kurth. Mit Wachstumsraten von über 140 Prozent würden die Wettbewerber allerdings drei Viertel aller Neukunden für sich gewinnen.

Ein Drittel Resale-Angebote
Kurth nannte in diesem Zusammenhang die Anbieter Arcor und United Internet: Die beiden Unternehmen haben jeweils mehr als eine Million DSL-Kunden unter Vertrag. Darin seien aber auch die so genannten Resale-Verträge enthalten. Dabei handelt es sich um DSL-Anschlüsse der Telekom, die die Gesellschaften unter eigenem Namen weiterverkaufen. Gut ein Drittel der durch Telekom-Konkurrenten verkauften DSL-Anschlüsse basierten auf Resale-Angeboten, sagte Kurth.

Mit wachsender Verbreitung von DSL-Anschlüssen gewinne auch die Internet-Telefonie, das so genannte Voice-over-IP (VoIP), an Bedeutung. «Ende 2004 lag die Zahl der aktiven Kunden bei schätzungsweise 250.000, wobei 500.000 Teilnehmer insgesamt über die entsprechende Soft- oder Hardware verfügten», sagte Kurth. Die Zahl dürfte sich mittlerweile verdoppelt haben.

Niedrige Umsätze bei VoIP
Aufgrund der relativ geringen Zahl von Teilnehmern und niedriger Gebühren dürften die Umsätze allerdings noch vergleichsweise gering sein, mutmaßte der Chef der Netzagentur. Die Zahl der VoIP-Anbieter habe sich auf 50 verdreifacht.

Mit dem Ausbau des Breitbandgeschäfts wollen sich die Unternehmen für die Zukunft rüsten: Zusätzliche Umsätze versprechen sie sich vor allem von so genannten Triple-Play- Angeboten. Sie bieten den Kunden neben Telefon und Internet auch Unterhaltungsdienste wie Video-on-Demand. (nz)