netzeitung.deConti-Betriebsräte protestieren vor Zentrale

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Proteste gegen Werksschließung durch Continental (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Proteste gegen Werksschließung durch Continental
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Niedersachsen-SPD sieht inzwischen nicht nur das Conti-Werk in Stöcken, sondern den ganzen Konzern-Standort Hannover in Gefahr. Der Aufsichtsrat des Autozulieferers muss am Mittwoch «einiges diskutieren».

Vor Beginn einer Sitzung des Aufsichtsrats des Automobilzulieferers Continental
haben rund 250 Betriebsräte vor der Zentrale des Unternehmens in Hannover protestiert. Damit hätten sich Arbeitnehmervertreter aus allen deutschen Werken des Unternehmens hinter die Kritik an den Schließungsplänen für das Pkw-Reifenwerk im hannoverschen Stadtteil Stöcken gestellt, sagte der Sprecher des Landesbezirks Nord der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Peter Wind, der Netzeitung.

Auch der Bezirksleiter der IG Metall und Conti-Aufsichtsrat Hartmut Meine und der Vorsitzende des SPD-Fraktion im niedersächsischen Landtag, Wolfgang Jüttner, hätten an der Aktion teilgenommen. Im Conti-Kontrollgremium muss laut Wind «heute einiges diskutiert werden». Der Aufsichtsrat habe zwar nicht über die Schließung des Werkes in Stöcken zu entscheiden, er werde aber «die Gesamtstrategie besprechen». Daher sei unklar, wann die Sitzung beendet sei.

«Raus aus dem Standort Deutschland»
Für die Gewerkschaft sei dabei die zentrale Frage, ob es «bei der Strategie 'raus aus dem Standort Deutschland'» bleibe, die Vorstandsvorsitzender Manfred Wennemer zuletzt immer stärker verfolgt habe. Die Chancen, dass Wennemer seine Haltung ändere, wollte Wind nicht beurteilen. Äußerungen in den vergangenen Tagen deuteten aber «eher auf eine Zuspitzung» hin.

Wind kündigte zudem an, die IG BCE werde gegen «jeden» Schritt des Unternehmens im Werk Stöcken rechtlich vorgehen. Das gelte auch für den Fall, wenn wie angekündigt in der kommenden Woche erste Maschinen abgebaut würden, um sie in Tschechien wieder aufzustellen, betonte er. Hintergrund ist die Kündigung einer Betriebsvereinbarung vom Mai durch das Management, in dem eine Arbeitsplatzgarantie für das Werk Stöcken im Ausgleich für unbezahlte Mehrarbeit vereinbart worden war. Die Gewerkschaft hält die Kündigung für nicht rechtens.

Scharfer Angriff auf Wennemer
Auch SPD-Fraktionschef Jüttner griff vor den versammelten Betriebsräten nach Agenturberichten den Conti-Vorstandsvorsitzenden scharf an. Wennemer trete die 100-jährige Geschichte des Unternehmens in Hannover mit Füßen, warf ihm der Politiker vor. Das Unternehmen kümmere sich einen «Dreck» um seine Mitarbeiter. Nicht nur die 320 Beschäftigten in der Stöckener Reifenfertigung, sondern der gesamte Conti-Standort Hannover mit seinen mehr als 3000 Mitarbeitern sei in Gefahr, warnte Jüttner. (nz)