netzeitung.deKartellamt hat Bedenken gegen Springer-Fusion

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Springer-Mehrheitseignerin Friede Springer (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Springer-Mehrheitseignerin Friede Springer
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Das Bundeskartellamt sieht durch die Fusion von Springer und ProSiebenSat1 den Wettbewerb gefährdet. Die Behörde erwägt nach bisherigem Stand der Ermittlungen, die Übernahme zu verbieten.

Das Bundeskartellamt hat erhebliche Bedenken gegen die Fusion des Springer-Verlags
und ProSiebenSat1
geäußert. Das Kartellamt habe mitgeteilt, dass nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen die Voraussetzungen für eine Untersagung des Zusammenschlusses vorlägen, teilten beide Unternehmen am Freitag mit.

Die Medienkonzerne sehen darin aber keine Gefahr für die Fusion: «Eine solche Zwischenmitteilung ist in Fusionskontrollverfahren dieser Größenordnung nichts Ungewöhnliches», hieß es. Die Möglichkeit der Beteiligten, die Bedenken der Behörde auszuräumen «und damit eine Genehmigung des Zusammenschlusses zu ermöglichen, bleibt hiervon unberührt». Als ein Weg nannte ProSiebenSat1 die Möglichkeit, Auflagen für die Fusion vorzuschlagen.

Springer-Chef Mathias Döpfner gab sich optimistisch: «Wir haben gute Argumente und sind zuversichtlich, in den weiteren Gesprächen mit dem Bundeskartellamt eine Genehmigung des Zusammenschlusses zu erreichen.»

Kartellamt fürchtet um Wettbewerb
Nach Auffassung des Bundeskartellamts würden sich durch den Zusammenschluss die Wettbewerbsbedingungen auf dem Fernsehwerbemarkt verschlechtern, weil die Axel Springer AG durch die Fusion mit der im M-Dax geführten ProSiebenSat1 Media AG mit Bertelsmann gleichziehen würde, hieß es. In der Folge stehen sich nach Auffassung des Bundeskartellamts zwei symmetrische Konzerne gegenüber, die sich keinen Wettbewerb mehr machen würden.

Darüber hinaus führe der Zusammenschluss «zur Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung der Axel Springer AG auf dem Lesermarkt für Kaufzeitungen und auf dem Markt für Anzeigen in bundesweiten Tageszeitungen», zitierte Springer die Bedenken der Behörde. Das Unternehmen kündigte an, die von dem Bundeskartellamt vorgetragenen Gründe zu analysieren und zu prüfen, auf welche Weise eine Freigabe erreicht werden kann.

Spinger und ProSiebenSat1 hatten sich im August auf eine Übernahme geeinigt, als sich die Investoren um dem US-Milliardär Haim Saban zur Trennung von ihren Anteilen entschlossen. Mittlerweile besitzt Springer mehr als 75 Prozent der Anteile von ProSiebenSat1.

Aus Politik und Medien kamen zahlreiche Bedenken. Unter anderem wurde eine Konzentration von Medienmacht im Print- und TV-Bereich. Dagegen argumentiert Springer-Chef Döpfner, die Übernahme sei notwendig, um gegen die internationale Konkurrenz bestehen zu können. (nz)