Kartellamt hat Bedenken gegen Springer-Fusion
18.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Die Medienkonzerne sehen darin aber keine Gefahr für die Fusion: «Eine solche Zwischenmitteilung ist in Fusionskontrollverfahren dieser Größenordnung nichts Ungewöhnliches», hieß es. Die Möglichkeit der Beteiligten, die Bedenken der Behörde auszuräumen «und damit eine Genehmigung des Zusammenschlusses zu ermöglichen, bleibt hiervon unberührt». Als ein Weg nannte ProSiebenSat1 die Möglichkeit, Auflagen für die Fusion vorzuschlagen.
Springer-Chef Mathias Döpfner gab sich optimistisch: «Wir haben gute Argumente und sind zuversichtlich, in den weiteren Gesprächen mit dem Bundeskartellamt eine Genehmigung des Zusammenschlusses zu erreichen.»
Darüber hinaus führe der Zusammenschluss «zur Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung der Axel Springer AG auf dem Lesermarkt für Kaufzeitungen und auf dem Markt für Anzeigen in bundesweiten Tageszeitungen», zitierte Springer die Bedenken der Behörde. Das Unternehmen kündigte an, die von dem Bundeskartellamt vorgetragenen Gründe zu analysieren und zu prüfen, auf welche Weise eine Freigabe erreicht werden kann.
Spinger und ProSiebenSat1 hatten sich im August auf eine Übernahme geeinigt, als sich die Investoren um dem US-Milliardär Haim Saban zur Trennung von ihren Anteilen entschlossen. Mittlerweile besitzt Springer mehr als 75 Prozent der Anteile von ProSiebenSat1.
Aus Politik und Medien kamen zahlreiche Bedenken. Unter anderem wurde eine Konzentration von Medienmacht im Print- und TV-Bereich. Dagegen argumentiert Springer-Chef Döpfner, die Übernahme sei notwendig, um gegen die internationale Konkurrenz bestehen zu können. (nz)

