netzeitung.deRoche muss Fragen zu Tamiflu beantworten

 Herausgeber: netzeitung.de

Tamiflu. (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Tamiflu.
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In Japan wurde das Grippemedikament Tamiflu in Zusammenhang mit dem Tod von Kindern gebracht. Zulassungsbehörden fordern vom Hersteller Roche nun Angaben über die Sicherheit des Medikaments.

Die europäische Zulassungsbehörde EMEA und die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA haben von dem Schweizer Pharmakonzern Roche weiterführende Angaben zur Sicherheit seines Grippemedikaments Tamiflu verlangt. Das teilten beide Behörden am Donnerstag mit. Zuvor war Tamiflu in Zusammenhang mit zwölf Todesfällen von Kindern in Japan gebracht worden. Tamiflu hat sich in letzter Zeit zu einem Verkaufsschlager entwickelt, da es als wirksames Medikament gegen die Vogelgrippe gilt.

Roche betonte allerdings die Sicherheit des umsatzstarken Medikaments: weltweit seien bisher 11,6 Millionen Kinder mit Tamiflu behandelt worden.

Die FDA bezeichnete es als beunruhigend, dass Kinder in 32 Fällen nach der Einnahme von Tamiflu Halluzinationen gehabt oder sich abnormal verhalten haben sollen. Auch die zwölf Verstorbenen sollen den zumeist aus Japan kommenden Berichten zufolge Tamiflu eingenommen haben, bevor sie starben. Allerdings seien die Berichte hinsichtlich der Todesursache extrem schwierig zu interpretieren, hieß es bei der FDA.

Die EMEA möchte Informationen zu den Fällen psychischer Probleme nach der Einnahme von Tamiflu, inklusive der beiden am Montag kommunizierten Fälle von Selbsttötung in Japan. Bis dato sei kein Zusammenhang zwischen der Einnahme von Tamiflu und psychischen Beschwerden wie Wahnvorstellungen oder Verhaltensstörungen festgestellt worden, so die Behörde weiter. Die Feststellung neuropsychatrischer Probleme während der Behandlung mit Tamiflu dürfte aber ohnehin schwierig werden, räumt die EMEA ein.

So nähmen Grippepatienten oft eine ganze Reihe verschiedener Medikamente gleichzeitig ein. Zudem führe die Kombination von Influenza mit hohem Fieber oft zu neuropsychatrischen Problemen. Dies gelte insbesondere für Kinder und ältere Menschen.

Roche-Aktien verloren am Donnerstag zeitweise mehr als drei Prozent an Wert und gingen mit einem Minus von 1,87 Prozent auf 188,50 Schweizer Franken aus dem Handel. (nz)