netzeitung.deRatiopharm wechselt Führung aus

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Ratiopharm-Produkte (Foto: www.ratiopharm.com<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ratiopharm-Produkte
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Die Eigentümer von Ratiopharm haben den Chef des Genrika-Herstellers entlassen. Grund sei die «nachhaltige Disharmonie im Verständnis von Führungsfragen».

Das Pharmaunternehmen Ratiopharm hat den Vorsitzenden der Geschäftsleitung, Claudio Albrecht, am Donnerstag mit sofortiger Wirkung freigestellt. Das berichtete die «Frankfurter Allgemeine Zeitung.» Der Manager habe seinen Schreibtisch im Beisein von Rechtsanwälten räumen müssen, ebenso wie Finanz- Geschäftsführer Peter Pock.

Dem Bericht zufolge ist die Eigentümerfamilie Meckle mit den Managern offenbar zutiefst unzufrieden. Ratiopharm stellt Generika, so genannte Nachahmerprodukte her.

Vertriebspraktiken kritisiert
Ratiopharm war Anfang des Monats wegen Berichten über aggressive Vertriebspraktiken in die Schlagzeilen geraten. Der «Stern» hatte berichtet, das Unternehmen habe Ärzten in den vergangenen Jahren systematisch Geld dafür bezahlt, dass sie seine Medikamente verordnen.

Das Unternehmen wies den Vorwurf zurück. «Es ist nicht hinnehmbar, dass Einzelfälle aus der Vergangenheit, die bereits abgestellt wurden, als Norm dargestellt werden. Der Artikel stützt sich in seiner Gesamtaussage und in Schlüsselaussagen auf dubiose Quellen, Werturteile ehemaliger Mitarbeiter und falsche Fakten», hieß es in einer Stellungnahme. Ratiopharm warf dem Magazin vor, wolle dem Ruf des Unternehmens schaden.

«Nachhaltige Disharmonie»
Der «FAZ» zufolge zeigen die Entlassungen aber, dass Schuldzuweisungen nicht so einfach sind. Vielmehr mache der Vertreter der Eigentümer, Philipp Daniel Merckle, der nun selbst die Ratiopharm-Leitung übernehme, die freigestellten Manager für einen unguten Führungsstil verantwortlich. «Die Folgen der bisherigen Führung sind mir in vielem zutiefst zuwider», zitierte die Zeitung den 39-Jährigen. In einer Mitarbeiterinformation wende sich Merckle aber gegen den Eindruck, die Entlassungen seien eine direkte Folge der Berichte über die Vertriebspraktiken. Grund für die Entlassung sei «die nachhaltige Disharmonie im Verständnis von Führungsfragen.»

Ratiopharm ist nach eigenen Angaben im Geschäft mit Generika Marktführer in Deutschland. Weltweit erwirtschaftete das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 1,46 Milliarden Euro. In Deutschland beschäftigt Ratiopharm mehr als 3100 Mitarbeiter, weltweit sind es rund 5300. (nz)