Telekom streicht Zehntausende Jobs: 

netzeitung.deTelekom entlässt für die Zukunft

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Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Deutsche Telekom nimmt den Stellenabbau wieder auf und streicht in den kommenden Jahren 32.000 Arbeitsplätze. Vor allem die Festnetzsparte T-Com wird von Konzernchef Ricke erheblich ausgedünnt.

Die Deutsche Telekom
will sich in den kommenden drei Jahren in Deutschland von 32.000 Mitarbeitern trennen. Das teilte das Untenehmen am Mittwoch in Bonn mit. Hierin seien rund 7000 Mitarbeiter eingeschlossen, deren Beschäftigungsverhältnisse endgültig aus der Gesellschaft Vivento ausgegliedert würden.

Den übrigen 25.000 Mitarbeitern, die den Konzern verlassen müssen, stünden etwa 6000 Neueinstellungen gegenüber. Per Saldo sinkt die Zahl der Arbeitsplätze über die kommenden drei Jahre somit um 19.000. Betroffen von dem Abbau ist vor allem die Festnetzsparte T-Com. Deren Umsatz sinkt angesichts des verschärften Wettbewerbs seit Jahren.

Sparprogramm nicht neu
Auf betriebsbedingte Kündigungen will die Telekom den weiteren Angaben zufolge verzichten. Der Abbau soll über Angebote zur Altersteilzeit und Abfindungen erfolgen. «Mit Blick auf Beamte sind Gespräche mit dem Bund hinsichtlich einer Vorruhestandsregelung notwendig», hieß es weiter. Die Kosten für das Sparprogramm sollen sich auf insgesamt 3,3 Milliarden Euro belaufen.

Neu sind die Sparanstrengungen des Konzerns indes nicht: Bereits im März dieses Jahres hatte Konzern-Chef Kai-Uwe Ricke angekündigt, im kommenden Jahr den geplanten Stellenabbau bei der Festnetzsparte T-Com wiederaufzunehmen. Demnach sollen pro Jahr fünf Prozent der rund 170.000 Arbeitsplätze in der Festnetzsparte wegfallen. Für 2005 hatte die Telekom mit Arbeitnehmervertretern vereinbart, dass kein Personal bei T-Com abgebaut wird.

Festnetzsparte muss umgebaut werden
In der Festnetzsparte erwirtschaft das Unternehmen derzeit aufgrund der Monopolstellung noch gute Profite, der Umsatz sinkt jedoch bereits seit längerer Zeit. In der Zukunft droht dem Unternehmen aber auch in hier scharfe Konkurrenz und ein noch härterer Preiskampf. Schon jetzt macht sich die Telekom selbst Konkurrenz: Die erst jüngst wieder in den Konzern eingegliederte Tochter T-Online
bietet zusammen mit einem Internetanschluss auch die Möglichkeit, über das Internet zu telefonieren.

Zudem wird auch das Handy zunehmend zur Konkurrenz für das Festnetz: Anfang September teilte die Telekom mit, ein so genanntes Festnetzhandy auf den Markt zu bringen. Mit dem Gerät können die Kunden zu Hause über das Festnetz telefonieren und unterwegs über das Mobilfunknetz.

Mit dem neuen Angebot will der Konzern den Umsatzrückgang in der Sparte ausgleichen. Neben alternativen Anbietern wie Arcor oder Colt setzen die Mobilfunkkonzerne Vodafone, E-Plus und O2 dem Bonner Unternehmen zu, denn die Kunden greifen immer häufiger zum Handy statt zum Festnetz-Telefon.

«Der weltweite Umbruch der Branche, die rasante technologische Entwicklung und besonders der regulierungsbedingt harte Wettbewerb im Festnetz- und Breitbandbereich in Deutschland stellen den gesamten Konzern vor verschärfte Herausforderungen», sagte Vorstandsvorsitzender Kai-Uwe Ricke. «Einerseits müssen wir in bisherigen Kernmärkten Stellen abbauen, andererseits besteht die Chance, in neuen innovativen Märkten Stellen zu schaffen.» Die Telekom hatte Ende Juni gut 244.000 Mitarbeiter, davon waren noch mehr als 46.600 Beamte. (nz)