28.10.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Packung Tamiflu
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Roche will weitere Hamsterkäufe des Grippemittels Tamiflu in den USA unterbinden. Ab sofort liefert der Pharmahersteller dort nur noch an die Regierung.
Der Schweizer Pharmakonzern Roche will die Lieferung des Grippemittels Tamiflu an Private in den USA vorübergehend einstellen. Der Lieferstopp gelte so lange, bis es Anzeichen für eine Grippesaison gebe, sagte US-Roche-Sprecher Darien Wilson am Freitag in Washington. Grund sei die starke Nachfrage nach dem antiviralen Mittel aus Angst vor der Vogelgrippe.
Vom Lieferstopp ausgenommen sei die Bestellung der US-Regierung. Die Administration will für den Fall einer Vogelgrippe- Pandemie genügend Tamiflu-Vorräte anlegen. «Wir haben in jüngster Zeit Großkäufe von privaten Firmen in den USA beobachtet, die Tamiflu lagern wollen und das, obwohl weder eine Pandemie herrscht noch Grippesaison in den USA ist», kritisierte Wilson.
Hamsterkäufe verhindernRoche wolle sicherstellen, dass bei einer Grippesaison genügend Tamiflu vorhanden sei, um Grippekranke zu behandeln und jene zu versorgen, die das Mittel präventiv einnehmen müssten. Tamiflu gilt als einzig wirksames Medikament gegen die sich weiter ausbreitende Vogelgrippe. Zuletzt hatte Rumänien einen weiteren Fall der Vogelgrippe bestätigt: Der auch für Menschen gefährliche Virustyp H5N1 wurde bei einem Fischreiher im Osten des Landes nachgewiesen.
Kürzlich hatte ein Sprecher von Roche Deutschland erklärt, bei der Auslieferung von Tamiflu wolle das Unternehmen eine gewisse Kontrolle ausüben, um eine ausreichende Versorgung im Krisenfall sicherzustellen. Roche wolle zudem den Verkauf von Tamiflu durch Privatpersonen verhindern. «Es kann ja nicht sein, dass eine Schachtel Tamiflu, die 33 Euro kostet, bei Ebay für 152 Euro versteigert wird», beklagte der Sprecher. (nz)