netzeitung.deRekordquartal für Deutsche Bank

 Herausgeber: netzeitung.de

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Allein im dritten Quartal haben etwa 1000 Mitarbeiter die Deutsche Bank verlassen. Konzernchef Ackermann hält an seinen Rendite-Zielen auch für das kommende Jahr fest.

Die Deutsche Bank
hat eines der besten Quartale der Firmengeschichte hinter sich: «Im dritten Quartal 2005 haben wir das beste Ergebnis erwirtschaftet, das die Deutsche Bank jemals in einem dritten Quartal erzielen konnte», sagte Konzernchef Josef Ackermann am Freitag in Frankfurt am Main bei Vorlage der Zahlen. Er gab sich «optimistisch, einen erfolgreichen Abschluss für das Gesamtjahr 2005 vorzulegen und diese positive Entwicklung im Jahr 2006 fortzuführen». Eine konkretere Prognose blieb er zunächst schuldig.

Erfreut dürfte der Vorstandssprecher vor allem deshalb sein, weil auch nach neun Monaten die Rendite auf das Eigenkapital mit 26 Prozent über Ackermanns Vorgabe von 25 Prozent liegt. Für das dritte Quartal allein wurde ein Wert von 28 Prozent genannt. Die Zielvorgabe war öffentlich kritisiert worden, weil das Management Anfang dieses Jahres trotz steigender Gewinne den Abbau von mehreren tausend Stellen angekündigt hatte. Ackermann hält nach eigenen Angaben auch für 2006 an dem Zielwert fest.

Ergebnis deutlich besser als erwartet
Auch im abgelaufenen Quartal lag das Ergebnis des größten privaten Kreditinstituts in Deutschland erheblich über den Erwartungen: Wie der Finanzkonzern weiter mitteilte, summierte sich der Überschuss auf 991 Millionen Euro. Das sind nicht nur 46 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, sondern liegt auch um 140 Millionen Euro über den Schätzungen der Analysten.

Besser als erwartet fiel auch das Vorsteuerergebnis aus: Es erhöhte sich den Angaben zufolge um 87 Prozent auf 1,878 Milliarden Euro und lag damit über den Erwartungen von 1,64 Milliarde Euro. Zwar habe der Verkauf von Anteilen am Autokonzern DaimlerChrysler

mit 337 Millionen Euro zum Ergebnis beigetragen. Dafür seien aber auch Kosten von 156 Millionen Euro für den Stellenabbau angefallen, hieß es weiter.

Das Ergebnis nach Steuern legte um 46 Prozent auf eine Milliarde Euro zu. Ein kräftiges Plus erwirtschaftete das Institut beim Investmentbanking. Zudem gelang es der Bank, die Problemkredite von 4,6 Milliarden im zweiten Quartal auf 4,3 Milliarden Euro im Berichtszeitraum zu senken. Damit ging die entsprechende Quote auf 2,9 Prozent zurück. Dies sei der niedrigste Wert seit fünf Jahren, teilte die Bank mit.

1000 Mitarbeiter gingen in drei Monaten
Allein im dritten Quartal hat sich die Deutsche Bank nach eigenen Angaben von 1000 Mitarbeitern getrennt. Sie haben sich mit dem Unternehmen auf eine Auflösung des Arbeitsvertrages geeinigt, wie aus einer Internet-Präsentation des Unternehmens vom Freitag hervorgeht. Vorstandssprecher Ackermann hatte angekündigt, weltweit 6400 Stellen zu streichen. 5500 davon sollen noch in diesem Jahr abgebaut werden. Weil gleichzeitig an Billiglohnstandorten neue Stellen entstehen sollen, reduziert sich die Zahl der abgeschafften Arbeitplätze netto auf 5200. (nz)