Finanzinvestoren übernehmen Berliner Verlag
Zum Kaufpreis machten die Unternehmen keine Angaben. Die britische Zeitung «Independent» hatte eine Summe vom 100 Millionen Pfund - knapp 148 Millionen Euro - genannt, die jedoch nicht bestätigt wurde.
Der Verlag komme einer kartell-rechtlichen Notwendigkeit nach, einen Erwerber für die Berliner Zeitungsgruppe zu finden, da ihm der Erwerb und damit eine enge Zusammenarbeit mit dem ebenfalls Holtzbrinck gehörendem «Tagesspiegel» untersagt worden sei, schilderte der Stuttgarter Medienkonzern die Hintergründe des Geschäfts.
Holtzbrinck bemängelte die «seit 30 Jahren unveränderten Pressefusionskontrolle». Der «Stillstand» sei «bedenklich». In den vergangenen vier Jahren, in denen der Verlag für eine «zukunftsweisende, das heißt die Pressevielfalt sichernde Änderung der Rahmenbedingungen gekämpft» habe, sei die Branche nicht nur mit Konjunkturproblemen, sondern auch mit Veränderungen durch das Internet konfrontiert worden. Die meisten Häuser hätten darauf bisher mit mit Einsparungen reagiert.
Mecom-Chef Montgomery erklärte am Dienstag, er und seine Partner hätten «großen Respekt vor der deutschen Zeitungsindustrie und wissen, dass der Berliner Verlag ein solides Unternehmen ist. Wir werden die stolzen Hüter der Publikationen des Berliner Verlages sein und die höchsten Standards journalistischer Qualität, verlegerischer Integrität und guten Managements einhalten.»
Gegen die Übernahme des Berliner Verlages durch die Finanzinvestoren hatte sich massiver Widerstand geregt. Die Beschäftigten fürchten, dass die neuen Besitzer massive Sparmaßnahmen beschließen werden, um die Rendite des Verlags zu erhöhen. (nz)

