netzeitung.deTelekom verschärft die Gangart

 Herausgeber: netzeitung.de

Deutsche-Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Deutsche-Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Gewinn macht die Telekom offenbar genug - jetzt will sie sich verstärkt der Konkurrenz widmen. Seine neu gewonnene Stärke probiert der Konzern schon einmal am Regulierer aus.

Die Deutsche Telekom
will sich von ihren Wettbewerbern vor allem im Markt für breitbandige Internet-Anschlüsse keine Marktanteile mehr wegnehmen lassen. «Wir werden unsere Umsatzmarktanteile mit Haut und Haaren verteidigen», sagte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke in einem Interview mit dem «Handelsblatt». Wenn es darauf ankommt, werde die Telekom dafür auch dem Umsatz Vorrang vor dem operativen Ergebnis geben. Das gelte insbesondere für den DSL- Markt.

Ricke warnte Wettbewerber, die «betriebswirtschaftliche Logik» nicht völlig aus Acht zulassen: Konkurrenten sollten «nicht weiter mit dem Feuer spielen», mahnte er. «In den vergangenen zehn Jahren haben sich schon manche Unternehmen in der Branche die Finger verbrannt, weil sie um nahezu jeden Preis Kunden eingesammelt haben», sagte der Telekom-Chef.

Bundesnetzagentur droht Telekom
Die Bundesnetzagentur forderte Ricke auf, eine klare Aussage über die künftige Regulierung der Telekommunikation zu machen. «Wir müssen wissen, bei welchem Marktanteil sie zufrieden ist», forderte er. Die Behörde reguliert unter anderem die Märkte für Telekommunikation und Post.

Behördenchef Matthias Kurth hat die Telekom unterdessen aufgefordert, ihr geplantes Glasfasernetz für Wettbewerber zu öffnen. «Da ist die Telekom am Zuge, mit anderen Marktteilnehmern zu reden, bevor wir uns damit befassen», sagte Kurth der Nachrichtenagentur dpa-afx.

Telekom fordert Zugeständnisse
Die Telekom will drei Milliarden Euro in den Bau eines Internet-Hochgeschwindigkeitsnetz investieren, mit dem Übertragungsraten von 50facher DSL-Geschwindigkeit möglich sind. Die ersten Städte sollen bereits Mitte kommenden Jahres angeschlossen werden.

Das Unternehmen macht die Investitionen aber davon abhängig, «dass wir diese Investitionen auch für Pioniergewinne nutzen können», forderte Ricke. Sollte es diese Sicherheiten nicht geben, werde der Konzern die Pläne überdenken. «Die Telekom hat viele Plätze in der Welt, wo sie investieren kann.» (nz)