netzeitung.deRoche gibt Tamiflu nur noch kontrolliert ab

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Grippemittel Tamiflu (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Grippemittel Tamiflu
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Das Grippemittel Tamiflu wird weiterhin verkauft - allerdings werden Käufer überprüft. Schließlich könne es nicht sein, dass bei Ebay mehr als 150 Euro für eine Packung geboten werden.

Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat die Auslieferung seinen Grippemittels Tamiflu nicht gestoppt. Bei der Auslieferung des Präparates wolle das Unternehmen aber eine gewisse Kontrolle ausüben, sagte ein Sprecher von Roche Deutschland am Freitag der Hörfunkagentur dpa/Rufa in Berlin. Er gehe davon aus, dass Tamiflu auf dem deutschen Markt in ausreichender Menge verfügbar sei, so dass es in jeder Apotheke erhältlich sein müsste.

Tamiflu gilt als einzig wirksames Medikament gegen die sich immer weiter ausbreitende Vogelgrippe. Am Donnerstag hatten Medien berichtet, Roche habe den Verkauf von Tamiflu in Deutschland gestoppt.

Ausreichende Versorgung
Das Unternehmen will den Angaben nach das Medikament auch in anderen Ländern kontrolliert ausliefern. Damit will Roche eine ausreichende Versorgung im Krisenfall sicherstellen. Sollte es irgendwo zu einem Ausbruch kommen, der sich zu einem Krisenherd entwickle, werde Tamiflu gebraucht, betonte der Sprecher. Dann sei es einfach sinnvoller, mit «geballter Power» zu versuchen, diese Ausbreitung einzudämmen. Das sei besser, als Tamiflu in deutschen Badezimmerschränken zu horten. Der Konzern hatte in jüngster Zeit Hamsterkäufe beobachtet.

Roche wolle zudem den Verkauf von Tamiflu durch Privatpersonen verhindern. Das sei auch vom Gesetzgeber nicht gewollt. «Es kann ja nicht sein, dass eine Schachtel Tamiflu, die 33 Euro kostet, bei Ebay für 152 Euro versteigert wird», kritisierte der Sprecher. Der Online-Versteigerer Ebay hatte vor wenigen Tagen den Verkauf des Grippemittels Tamiflu auf seiner Website gestoppt - nachdem im britischen Ebay umgerechnet mehr als 150 Euro für eine Packung des Mittels geboten worden war.

Ebay beendet illegale Tamiflu-Auktionen
Ebay wies darauf hin, dass Privatpersonen beim Anbieten des verschreibungspflichtigen Medikaments Tamiflu nicht nur gegen die Geschäftsbedingungen, sondern auch gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen. «Das Sicherheitsteam von Ebay geht gegen Anbieter von Tamiflu konsequent vor, in dem es entsprechende Angebote, soweit sie bekannt werden, sofort löscht», hieß es in einer Mitteilung des Internet-Auktionshauses vom Freitag. Die Anbieter würden verwarnt beziehungsweise vom Handel auf dem Ebay-Marktplatz ausgeschlossen.

Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf hat unterdessen vor Medikamenten-Einnahme ohne Grund gewarnt. «Wer grundlos auf vorhandene Restbestände in der Hausapotheke zurückgreift oder sich gar Arzneimittel über dunkle Kanäle im Internet besorgt, setzt sich erheblichen Risiken aus», sagte der Minister in München. (nz)