netzeitung.deGoogle will mit AOL ins Portalgeschäft

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AOL-Website (Foto: aol.de<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe AOL-Website
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AOL ist im Hause Time Warner ungeliebt. Um eine mögliche Partnerschaft mit AOL rangeln jetzt die großen Konkurrenten im Internet-Portalgeschäft.

Der Internet-Suchmaschinenbetreiber Google hat sich mit dem US-Kabelunternehmen Comcast zusammengetan, um gemeinsam mit der Konzernmutter Times Warner über einen Einstieg beim Internetdienst AOL zu verhandeln. Sie könnten für bis zu fünf Milliarden Dollar einen Anteil am beim Medienkonzern inzwischen ungeliebten Internetportal erwerben, berichtete das «Wall Street Journal». Was bei den Gesprächen, zu denen sich keine der beteiligten Firmen äußern wollte, herauskommen kann, steht dem Bericht zufolge aber noch in den Sternen.

Möglich sei ein Joint-Venture, in das Time Warner einen AOL-Anteil einbringen würde, aber die Kontrolle behalte. Ein Zusammenschluss von Google, Comcast und AOL hätte die Chancen, den bisherigen Portal-Marktführer Yahoo abzulösen: Derzeit liegt AOL mit etwa 112 Millionen Besuchern im Monat auf Rang zwei hinter Yahoo mit 123 Millionen Nutzern.

Google geht es laut «Wall Street Journal» indes vorrangig um die Absicherung des eigenen Geschäfts: AOL setzt derzeit die Suchtechnologie des Unternehmens ein, beide Firmen arbeiten auch in der Vermarktung von Internet-Werbung eng zusammen. So habe Google AOL im vergangenen Jahr rund 300 Millionen Dollar als Anteil am gemeinsamen Internet-Werbegeschäft überwiesen.

Google will keinen Content produzieren
Google könne sich auch allein bei AOL einkaufen, hieß es weiter – ein Hinweis auf den hohen Liquiditätsbestand des Unternehmens, dass jüngst weitere eigene Aktien veräußert hatte. Allerdings sieht der Suchmaschinenbetreiber indes Vorteile im Zusammenschluss mit der Kabelgesellschaft: Anders als Konkurrent Yahoo und auch AOL wolle Google auf keinen Fall selbst in das Geschäft mit Inhalten wie Filmen, TV-Sendungen oder Konzertmitschnitten einsteigen, so das «WSJ». Die Kabelgesellschaft biete sich als Partner an, zumal sich Yahoo bereits mit der Telefongesellschaft SBC zusammengetan habe, um selbst Content zu vermarkten.

Google musste offenbar reagieren, nachdem sich mit Microsoft der schärfste Rivale auf dem Wachstumsmarkt für Internetwerbung für AOL interessiert. Am Mittwoch kündigte der weltgrößte Softwarehersteller allerdings an, seinen Instant-Messaging-Dienste mit dem von Yahoo zusammenzuschalten. Damit verabschiedete sich Microsoft von früheren Plänen, sich selbst an AOL zu beteiligen. Das Unternehmen war dazu bereits an Time Warner herangetreten. In dem Fall wäre die Zusammenarbeit zwischen Google und AOL sicherlich heruntergefahren, wenn nicht gar beendet worden. (nz)