Siemens streicht mehrere tausend Arbeitsplätze
Wo bei SBS die Stellen in Deutschland gestrichen werden sollen, ließ Siemens offen. Siemens-Chef Klaus Kleinfeld sagte indes, die rund 60 SBS-Standorte in Deutschland müssten konzentriert und «auf die Größenordnung von etwa 20» zusammengeschrumpft werden. Vor allem die Standorte München und Paderborn gelten bei der IG Metall als gefährdet.
Zugleich gab Siemens einen Wechsel an der Spitze von SBS bekannt: Der bisherige Chef Adrian von Hammerstein werde den Posten auf eigenen Wunsch räumen, hieß es. Ihm folge Christoph Kollatz nach, der bisher ein Geschäftsgebiet im Bereich Industrieleistungen verantworte. Kleinfeld hält sich für SBS weiter alle Optionen offen. «Bei SBS geht es jetzt erstmal darum, die operative Performance vernünftig hinzubekommen», betonte der Vorstandsvorsitzende. Das habe aber keinerlei Auswirkungen darauf, wie Siemens weiter strategisch vorgehe. «Optionen in jeder Variante» seien besser, wenn SBS stark sei.
Als Grund nannte der Konzern vor allem die schwache Binnenkonjunktur und den dadurch bedingten schwachen Absatz bei mittelständischen Kunden: «Damit sind Personalanpassungen verbunden, zu denen das Unternehmen Gespräche mit Arbeitnehmervertretern und IG Metall führt», teilte Siemens mit. Vertrieb und Service im Firmenkundengeschäft bei Com sollen umstrukturiert werden. Im Sommer hatte Siemens bereits sein Handygeschäft an den taiwanesischen Konzern Benq abgegeben.
Kleinfeld bekräftigte zugleich sein Ziel, in allen Sparten rasch für profitables Wachstum zu sorgen. Sein Sanierungsprogramm sei auf Kurs. Alle Bereiche sollen bis Mitte 2007 ihre Zielrenditen erreichen. Siemens sei «auf gutem Wege dahin», sagte er. «Die notwendigen Maßnahmen setzen wir konsequent um», betonte Kleinfeld. «Nur erfolgreiche Geschäfte sichern und schaffen Arbeitsplätze.»
Kleinfeld bekräftigte zudem die Prognose für das Ende dieses Monats auslaufende Geschäftsjahr. Das operative Ergebnis der fortgeführten Geschäfte solle in etwa auf Vorjahresniveau liegen. Ende Juli hatte Kleinfeld von etwa 3,1 Milliarden Euro als Ziel gesprochen.
Die IG Metall erneuerte dagegen ihre Kritik am Termin. Siemens habe offenbar Rücksicht genommen auf Kleinfelds Vorgänger und den jetzigen Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer, der im Wahlkampf als Wirtschaftsberater von Unions- Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) aufgetreten war.
Aufsichtsrat Wolfgang Müller von der IG Metall kündigte Widerstand gegen die Pläne an. «Die Beschäftigten sind stark verunsichert», sagte Müller. Die Geschäftsführung setze zu stark auf kurzfristige Renditeverbesserungen. (nz)

