25.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Nokia-UMTS-Modell 6680
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Vor allem Nokia und Motorola haben den weltweiten Handymarkt zuletzt vorangetrieben. Insbesondere in Europa lassen die Kunden aber UMTS-Geräte links liegen.
Angetrieben durch ein starkes Absatzwachstum bei den Herstellern Nokia und Motorola nähert sich der weltweite Verkauf von Mobiltelefonen seiner Rekordmarke: Wie das Marktforschungsunternehmen Gartner am Donnerstag im britischen Egham mitteilte, wurden im zweiten Quartal insgesamt 190,5 Millionen Handys verkauft. Das liegt nur knapp unter dem Rekordwert für ein Quartal von 195,3 Millionen Stück, der im Schlussquartal 2004 erreicht worden war. Gartner bekräftigte die Prognose, dass in diesem Jahr insgesamt 780 Millionen Handys verkauft werden.
Gartner-Expertin Carolina Milanesi sagte, außer in Japan sei in allen Regionen der Erde ein Absatzwachstum zu verzeichnen gewesen. Auf den wichtigen, reifen Märkten in Westeuropa und Nordamerika habe vor allem der Ersatz älterer Geräte durch die Kunden zum Wachstum beigetragen. Der Zuwachs in Asien lag mit 27,5 Prozent im Jahresvergleich allerdings bedeutend höher als in den beiden Regionen, die ein Absatzwachstum um jeweils knapp zehn Prozent verzeichneten. Prozentual am stärksten wuchsen die Verkäufe allerdings in Lateinamerika, wo 50 Prozent mehr Geräte abgesetzt wurden. Vor allem Brasilianer und Mexikaner griffen zu.
Nokia baut Position ausZum Absatzwachstum trugen den Angaben zufolge vor allem Nokia und Motorola bei: Die beiden Unternehmen produzieren inzwischen zusammen fast die Hälfte der global abgesetzten Mobiltelefone. Der finnische Hersteller legte binnen Jahresfrist um fast 15.000 auf rund 60.800 Geräte zu. Dadurch wuchs der weltweite Marktanteil um 2,3 Punkte auf 31,9 Prozent. Auch die weltweite Nummer zwei, der US-Hersteller Motorola, stärkte seine Position: Mit gut 34.000 Handys habe Motorola einen Weltmarktanteil von 17,9 Prozent nach 15,7 Prozent im Vorjahresquartal erreicht, hieß es weiter.
Auch die in der Rangliste folgenden beiden südkoreanischen Hersteller legten zu: Samsung steigerte den Weltmarktanteil laut Gartner um 0,7 Punkte auf 12,8 Prozent. LG gewann 0,4 Punkte auf 6,5 Prozent hinzu. Dagegen wurden Handys von Siemens
weniger nachgefragt: Der Marktanteil des deutschen Herstellers, der seien Handy-Sparte an den taiwanesischen Benq-Konzern veräußert hat, brach binnen Jahresfrist um 2,2 Punkte auf 4,7 Prozent ein. Damit fiel Siemens auf der Rangliste von Platz vier auf Platz sechs zurück.
UMTS-Geräte unbeliebtWie Gartner-Expertin Milanesi erläuterte, hatten die Hersteller in Westeuropa vor allem Erfolg mit dem Verkauf von Geräten, die ältere Modelle ersetzten. Dagegen sei ein «Mangel an Kundeninteresse an UMTS-Diensten wie Video-Telefonie» festzustellen. Daher sei der Absatz an UMTS-Handys schwach geblieben.
Einen gegenteiligen Trend gebe es in Japan: Dort seien neue Handys mit neuen technische Möglichkeiten wie Musik-Player und ausgereifte Web-Browser für das Handy auf starkes Interesse der Nutzer gestoßen. Das habe aber nicht ausgereicht, um das die Absatzzahlen des Vorjahresquartals zu halten, sagte Milanesi: Statt 10,6 seien nur noch zehn Millionen Geräte verkauft worden. (nz)