05. Aug 2005 15:41
Nur zwei Jahre nach der Übernahme der Sendergruppe ProSiebenSat1 durch den US- Milliardär Haim Saban geht der Konzern an den Springer-Verlag. Eine Chronologie der Ereignisse.
8. April 2002: Die Kirch-Gruppe stellt Insolvenzantrag für ihr Kerngeschäft: die Kirch Media, zu der ProSiebenSat1 und der Rechtehandel gehören. Einen Monat später folgt als zweite Säule der Kirch-Gruppe die Bezahlsendersparte Kirch-Pay-TV und am 12. Juni die Dachgesellschaft Taurus Holding.17. Juni: Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Kirch Media wird offiziell eröffnet. Damit kann der Bieterwettbewerb beginnen.
26. Juli: Der Bauer-Verlag verbündet sich mit der HypoVereinsbank (HVB), dem Spiegel-Verlag und Springer in einem Bieter-Konsortium. Später bleibt nur die HVB als Partner Bauers.
30. Oktober: Insolvenzverwalter und Kirch Media geben den Verkauf des Unternehmens an den Bauer-Verlag bekannt. Es müssten nur noch Details geklärt werden.
Januar 2003: Der US-Investor Haim Saban legt ein Angebot vor und verbündet sich mit dem französischen TV-Konzern TF1.
12. März: Bauer zieht sich aus dem Bieter-Wettbewerb zurück.
17. März: Saban unterschreibt zunächst den Kaufvertrag für die TV- Senderkette ProSiebenSat1, zehn Tage später auch den für die Übernahme des Filmrechtehandels der Kirch Media. Einige Wochen später treten Kirch Media und Saban wegen offener Punkte von den Verträgen wieder zurück.
4. August: Kirch Media bestätigt ein neues Angebot Sabans für ProSiebenSat1. Unterstützt wird er von US-Finanzinvestoren.
9. August: Kirch Media teilt den Verkauf der von ihr gehaltenen Aktien an der ProSiebenSat1 an die Saban Capital Group Inc. (SCG) mit.
23. März 2004: ProSiebenSat1 gibt die Ablösung von Vorstandschef Urs Rohner durch den Saban-Vertrauten Guillaume de Posch bekannt.
23. September: Die Investorengruppe um Saban hält die Mehrheit an ProSiebenSat1, nachdem 12,9 Prozent der Anteile von der insolventen Taurus TV übernommen worden sind.
16. April 2005: Nach andauernden Spekulationen über mögliche Wiederausstiegspläne Sabans heißt es in einem Medienbericht, dass sich der US-Milliardär und seine Investoren aus dem Übernahmevertrag vorzeitig herauskaufen wollen. Als Interessent für eine Übernahme gilt die Axel Springer AG. Saban dementiert und erklärt, seine Anteile stünden nicht zum Verkauf.
19. April: Saban und die Investoren aus seinem Umfeld erhalten für ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Übernahmevertrag für ProSiebenSat1 grundsätzlich grünes Licht der Gläubiger.
5. Juli: Die Spekulationen um Springer und ProSiebenSat1 verdichten sich: Branchenkreisen zufolge will Springer in Kürze mit der Prüfung der Bücher des TV-Konzerns beginnen, um eine mögliche Mehrheitsübernahme vorzubereiten.
5. August: Springer gibt die Übernahme von ProSiebenSat1 für 2,5 Milliarden Euro bekannt. Deutschlands größtes Zeitungshaus übernimmt die Anteile der Investorengruppe um Saban, der künftig Vorsitzender des TV-Beirats bei Springer werden soll. (nz)