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Nach Sanierung kommt Aus für ProSiebenSat1

05. Aug 2005 12:59
Den Zusammenbruch des Medienimperiums von Leo Kirch hatte die Sendergruppe noch überstanden. Nachdem alle Sender schwarze Zahlen schreiben, wird ProSiebenSat1 aber im Springer-Konzern aufgehen.

Thema: Springer kauft ProSiebenSat1
Die Senderkette ProSiebenSat1 Media AG wird «mittelfristig» im Axel Springer Verlag aufgehen. Das kündigte das Zeitungshaus am Freitag an und teilte zugleich die Mehrheitsübernahme der zweitgrößten deutschen TV-Gruppe an. Damit wird ProSiebenSat1 verschwinden – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als die Sanierung nach den Querelen der Kirch-Pleite gesichert schien.

Im vergangenen Jahr hatte ProSiebenSat1 ein Vorsteuerergebnis von 217,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Das ist gut das Vierfache des Vorjahreswerts von 57 Millionen Euro. Der Umsatz lag den Angaben zufolge mit 1,8 Milliarden Euro anderthalb Prozent höher als 2003. Erstmals wiesen alle Sender der Gruppe schwarze Zahlen aus, neben den Flaggschiffen ProSieben und Sat1 auch der Spielfilm-Kanal Kabel 1 und sogar der Nachrichtensender N24. Zuletzt beschäftigte der Konzern mit Sitz in München etwa 2700 Menschen.

Kirchs Imperium gescheitert

Hintergrund:
Die Anfänge machten sich 1984 indes bescheidener aus, als mit Sat1 der erste deutsche Privatsender den Betrieb aufnahm. ProSieben folgte fünf Jahre später und wurde vom damaligen Chef Georg Kofler, inzwischen Chef des Bezahlsenders Premiere , an die Börse gebracht. Die Verschmelzung der beiden zur Kirch-Gruppe gehörenden Sender mit dem damaligen Kirch-Pay-TV zu einem integrierten Medienunternehmen war zwar angestrebt, scheiterte aber letztlich so wie das gesamte Kirch-Imperium.

Nach dessen Zusammenbruch vor gut drei Jahren sah es zunächst nach einer Übernahme durch den Bauer-Verlag aus. Der machte aber im letzten Moment einen Rückzieher. Dann griffen US-Finanzinvestoren um den mit TV-Serien reich gewordenen Haim Saban zu. Sie beherrschten den TV-Konzern über eine komplizierte Beteiligungsstruktur mit der Hauptfirma P7S1 Holding.

Die Investoren, die sich selbst German Media Partner nennen, dürften den damaligen Kapitaleinsatz durch das Springer-Geschäft vervielfacht haben: Für ihre bei P7S1 gebündelten Stamm- und Vorzugsaktien erhalten sie nach Springer-Angaben 2,47 Milliarden Euro in bar sowie Verlags-Aktien, die nach Springer-Angaben knapp zweieinhalb Prozent des Grundkapitals ausmachen. (nz)

 
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