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Friede Springer lässt sich Mehrheit durch
Übernahme von ProSiebenSat1 nicht nehmen

05. Aug 2005 12:26, ergänzt 13:07
Friede Springer
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Springer braucht frisches Geld, um den Kauf von ProSiebenSat1 zu finanzieren. Eine Kapitalerhöhung wird es aber erst später geben, um die Macht von Friede Springer nicht zu gefährden.

Thema: Springer kauft ProSiebenSat1
Nach dem Kauf der TV-Gruppe ProSiebenSat1 durch den Axel Springer Verlag und der geplanten späteren Verschmelzung wird sich an den Mehrheitsverhältnissen des Zeitungshauses nichts ändern. Obwohl im Zuge der Verschmelzung eine Kapitalerhöhung in noch ungenannter Höhe angestrebt wird, bleibt Friede Springer die Mehrheitseignerin des Verlags, wie das Unternehmen am Freitag in München mitteilte. Derzeit hält sie zehn Prozent der Verlagsanteile direkt und kontrolliert die Mehrheit indirekt über ihren Einfluss bei der Axel Springer Gesellschaft für Publizistik, der 50 Prozent plus zehn Aktien gehören.

Daran dürfte sich wenig ändern, plant der Medienkonzern doch weiter mit der von ProSiebenSat1 bekannten komplizierten Struktur aus stimmberechtigten Stamm- und stimmlosen Vorzugsaktien . Springer will den freien Aktionären der TV-Gruppe ein Pflichtangebot von voraussichtlich 14,10 Euro in bar für jede der im M-Dax notierten Vorzüge machen. Wenn ein Anteilseigner das Barangebot nicht annimmt, soll er laut Verlag mit ebenfalls stimmrechtslosen Aktien des fusionierten Konzerns abgefunden werden.

Springer braucht weniger Bargeld

Hintergrund:
Das hätte für Springer den Vorteil, weniger Bargeld aufwenden zu müssen und könnte angesichts der offenbar schwierigen Finanzierung der Transaktion, die nur mit Unterstützung und Beratung durch die Deutsche Bank gelang, einer der Gründe des Managements sein. Weitere Mittel sollen dem Konzern durch neue, wiederum stimmrechtslose Vorzüge zufließen, die nach der «mittelfristig» geplanten Verschmelzung neu ausgegeben werden sollen. Über die Höhe der angestrebten Kapitalerhöhung machte Springer zunächst keine Angaben.

Einen Abnehmer hat das Unternehmen indes schon gefunden: Brian Powers, Vorstandschef der US-Investmentgesellschaft Hellman & Friedman (H&F), kündigte am Feitag in München an, «dass wir im Falle einer Kapitalerhöhung unser Investment signifikant aufstocken möchten». H&F hält derzeit 19,4 Prozent der Springer-Anteile, die stimmberechtigt sind.

US-Investoren zufrieden

Dieser Anteil wird aber schon vor der geplanten Kapitalerhöhung leicht steigen, weil der ProSieben-Verkäufer P7S1 Holding, die die TV-Gruppe vor zwei Jahren aus der Konkursmasse des Kirch-Konzerns herausgekauft hatte, sondern einen geringen Teil in Springer-Aktien ausgezahlt bekommt. Es handelt sich aber nur um 820.000 von insgesamt rund 34 Millionen ausgegebenen Springer-Anteilsscheinen.

H&F gehören ist mit knapp 19 Prozent an den German Media Partners um den US-Investor Haim Saban beteiligt, die wiederum mit gut 75 Prozent Mehrheitseigner von P7S1 ist. Für die von ihnen veräußerten 88 Prozent der stimmberechtigten ProSiebenSat1-Stämme erhalten die Verkäufer jeweils 23,37 Euro und damit weitaus mehr als die freien Aktionäre, die Vorzüge besitzen.

Mehr Stimmrechte am Springer-Verlag sollen die US-Investoren aber offenbar nicht erhalten, wenn die angestrebte Kapitalerhöhung umgesetzte wird – bei ihr werden neue, stimmlose Vorzüge ausgegeben. Obwohl H&F den Einfluss damit nicht ausbauen kann, scheint das Unternehmen zufrieden. «Aus Kapitalmarktsicht wird die Möglichkeit, in das zusammengeführte Unternehmen mit einem deutlich erhöhten Streubesitz zu investieren, sehr attraktiv sein», lobte H&F-Chef Powers. (nz)

 
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